Euro-Zone Sprunghafter Anstieg der Inflation
Brüssel - Noch vor einem Jahr lag die Inflation im Euro-Raum bei 0,9 Prozent, berichtete Eurostat, das europäische Statistikamt. Für die EU insgesamt ergab sich ein durchschnittlicher Preisanstieg von 1,7 Prozent im Mai auf 2,1 Prozent im Juni.
Die höchsten Teuerungsraten im Vergleich zum Vormonat verzeichneten Irland mit 5,4 Prozent und Luxemburg mit 4,4 Prozent. Den niedrigsten Preisanstieg in der EU verbuchten Großbritannien mit 0,8 Prozent und Schweden mit 1,4 Prozent. Deutschland lag mit zwei Prozent noch unter dem Durchschnitt. Es verzeichnete aber gleichzeitig eine der größten relativen Preissteigerungen im Vergleich zum Juni des Vorjahres, als die Inflationsrate nur 0,4 Prozent betrug. Eine ähnliche Entwicklung wurde in Österreich und Frankreich beobachtet, wo die Teuerungsrate von 0,2 auf 2,4 beziehungsweise von 0,3 auf 1,9 Prozent kletterte.
Grund für den rasanten Anstieg der Teuerung sind die gestiegenen Ölpreise. Analysten hatten im Durchschnitt mit einer Inflationsrate in der Euro-Zone von 2,3 Prozent gerechnet, waren angesichts der vergleichsweise niedrigen Kerninflation jedoch nicht beunruhigt. Diese Zahl misst die Inflation ohne Energie- und Nahrungsmittelpreise. "Die Kernrate ist weiterhin niedrig mit 1,3 Prozent. Deshalb bleibt der Inflationsausblick unverändert moderat", sagte Jürgen Pfister von der Commerzbank in Frankfurt. Die EZB werde nicht hektisch reagieren, sondern erst im September den Mindestbietungssatz erhöhen. Für das Gesamtjahr ist nach Einschätzung Pfisters eine Inflationsrate von 2,0 Prozent noch zu erreichen.