Eurocopter: Ingenieur gesteht Spionage für Russland - DER SPIEGEL
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Eurocopter Ingenieur gesteht Spionage für Russland

Ein ehemaliger Ingenieur des Hubschrauber-Herstellers Eurocopter muss sich vor dem Oberlandesgericht München verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Spionage für den russischen Geheimdienst vor, der Mann ist geständig. Als Lohn erhielt er laut Anklage 13.000 Euro.
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München - Der Prozess ist an diesem Montag vor dem Oberlandesgericht München eröffnet worden. Der ehemalige Eurocopter-Ingenieur muss sich wegen Spionage für den russischen Geheimdienst verantworten. Eurocopter ist eine Tochter des europäischen Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS  .

Die Bundesanwaltschaft wirft dem 44-jährigen Werner G. vor, den russischen Geheimdienst mit Informationen über sein Unternehmen versorgt zu haben. Der Angeklagte zeigte sich zu Prozessbeginn geständig. Ein Urteil könnte schon in der kommenden Woche fallen, da vorerst nur drei Verhandlungstage angesetzt wurden.

G. arbeitete bis Ende der 1990er Jahre bei Eurocopter als Maschinenbauingenieur in leitender Position. Laut Anklage traf er sich zwischen 2004 und 2006 in Hallbergmoos, Salzburg und dem kroatischen Pula mehrmals mit einem russischen Geheimdienstoffizier. Diesem soll er Benutzerhandbücher, Ordner und mehrere CD-Rom mit technischen Details über verschiedene Hubschrauber gegeben haben, die bei Eurocopter hergestellt werden. Dafür bekam G. laut Anklage insgesamt 13.000 Euro.

Der Angeklagte räumte alle Vorwürfe ein: "Er weiß, dass er einen riesigen Fehler gemacht hat", sagte sein Verteidiger. Allerdings sei der Wert des weitergeleiteten Materials als gering einzuschätzen. Auch habe es sich nur um Unterlagen für zivile, nicht für militärisch nutzbare Hubschrauber gehandelt.

Bundesanwalt Hans-Jürgen Förster sagte dagegen am Rande der Verhandlung, die Grenzen zwischen ziviler und militärischer Spionage seien fließend: "Das kann man oft nicht auseinanderhalten." Der Wert solcher Unterlagen liege auch darin, dass man auf russischer Seite Entwicklungskosten sparen und eigene Produkte billiger anbieten könne.

Auf Agententätigkeit für einen ausländischen Geheimdienst stehen bis zu fünf Jahre Gefängnis.

wal/Reuters