Europa-Filiale Die Nasdaq greift an
New York - Die Nasdaq werde für die Übernahme von 58 Prozent an der Easdaq sowie für den Auf- und Ausbau einer neuen Handelsplattform und weitere Investitionen etwa 70 Millionen Euro zahlen, sagte Nasdaq-Chef Frank Zarb. An der 1996 gegründeten Easdaq sind derzeit 62 Firmen und damit deutlich weniger als die ursprünglich geplanten 500 Unternehmen gelistet.
Die Gespräche mit anderen europäischen Märkten wie der Londoner oder der Deutschen Börse gingen weiter, sagte Zarb. "Unsere Absicht ist es weiterhin auf jeden Fall, ein bedeutenderes Verhältnis mit einem der großen Liquiditäts-Pools in diesem Teil der Welt zu haben." Allerdings erwarte er auf diesem Gebiet keine Transaktion mehr in diesem Jahr.
Die Deutsche Börse wollte den Einstieg der Nasdaq bei der Easdaq und die Möglichkeit einer Kooperation mit der neuen Gesellschaft auf Anfrage nicht kommentieren. "Wir sprechen mit der Nasdaq genauso, wie wir mit den anderen sprechen", sagte ein Börsen-Sprecher.
Die Easdaq soll nach der Übernahme europäische Erst- und Zweitlistings sowie Aktien von US-Unternehmen und weitere amerikanische Anlegerprodukte anbieten. Die Nasdaq hatte bereits im vergangenen Jahr ein Tochter in Asien gegründet und zudem mehrfach angekündigt, durch ein weiteres Standbein in Europa einen weltweiten 24-Stunden-Handel anbieten zu wollen.
Branchenkenner sehen den Mehrheitserwerb der Nasdaq an der Easdaq allerdings noch nicht als den großen Wurf der US-Börse. Der Brüsseler Wachstumsmarkt sei nur "eine Hülle" und spiele in Europa keine allzu große Rolle, hieß es am Frankfurter Finanzmarkt. Der Einstieg der Nasdaq bei dem deutlich kleineren europäischen Pendant könne höchstens als erster Schritt in Richtung Europa gewertet werden.