Europabörse iX: London nimmt Abstand von Seifert - DER SPIEGEL
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Europabörse iX London nimmt Abstand von Seifert

Die Gegenangebote zur Fusion mit der Frankfurter Börse werden von der London Stock Exchange (LSE) offenbar begrüßt. Vor allem der Management-Stil von Deutsche-Börse-Chef Werner Seifert soll in London für Verstimmung sorgen.
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London - Wie der "Independent" am Mittwoch berichtete, ist die Führung der LSE inzwischen selbst unzufrieden mit der Struktur des Fusionsplans und hofft auf Gegenangebote unter Einschluss anderer europäischer Börsen und der US-Hochtechnologiebörse Nasdaq. Eine LSE-Sprecherin sagte dagegen am Mittwoch, die Londoner Börse stehe weiter "voll" zu der geplanten Fusion mit Frankfurt.

Nach Angaben der Zeitung bereiten Euronext, der Zusammenschluss der Börsen von Paris, Brüssel und Amsterdam, und die Reuters-Tochter Instinet zurzeit ein Übernahmeangebot vor und würden damit in London "offene Türen" einrennen.

Die "Financial Times" berichtete, die LSE habe den Fusionsplan erst einmal auf Eis gelegt, um sich gegen das feindliche Übernahmeangebot der schwedischen OM-Gruppen verteidigen zu können. "Sie ist bereit, sich Alternativen zu dem Fusionsplan anzusehen, wenn sich diese ergeben sollten", berichtete die Zeitung. Die "Times" berichtete über "wachsende Sorgen hinsichtlich des Managementstils von Werner Seifert". Das südafrikanische Versicherungsunternehmen Old Mutual, der Großaktionär der LSE, sprach sich offen gegen eine Fusion mit Frankfurt aus. "Das angestrebte Geschäft ist jämmerlich unangemessen", wurde Eric Anstee, einer der Spitzenmanager des Unternehmens, im "Daily Telegraph" zitiert.

Nach Informationen des "Independent" wollen Euronext und Instinet, die Reuters-Tochter für Aktienhandel, zusammen über eine Milliarde Pfund für die LSE bieten und damit das OM-Angebot in Höhe von 900 Millionen Pfund übertreffen. Gedacht ist demnach an einen Mix von Aktien und Bargeld. Die Gespräche zwischen Euronext und Instinet seien allerdings noch im Frühstadium.