Europäische Wirtschaft: Furcht vor US-Wirtschaftsspionage - DER SPIEGEL
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Europäische Wirtschaft Furcht vor US-Wirtschaftsspionage

Bei europäischen Unternehmen wächst die Befürchtung, dass die USA intensiver Industriespionage betreiben. Bei ihrem Anti-Terror-Feldzug würden US-Geheimdienste viele vertrauliche Firmendaten sammeln und könnten diese für einen unlauteren Wettbewerb nutzen.
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Brüssel/Berlin - "Ein Spitzenmanager eines Weltkonzerns mit strategischer Bedeutung für die USA muss davon ausgehen, dass er und sein Unternehmen von den US-Behörden durchleuchtet werden", sagte ein hochrangiger deutscher Manager eines US-Konzerns, der anonym bleiben wollte, dem "Handelsblatt". Die US-Behörden hatten sich nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 Zugriff auf Daten der belgischen Finanzagentur Swift gesichert, um Geldquellen von Terrororganisationen aufspüren zu können.

Bei der Internationalen Handelskammer heiße es: "Die Weitergabe vertraulicher Firmendaten kann auch darin münden, dass staatliche Stellen sensible Unternehmensinformationen erhalten, die sie für einen unlauteren Wettbewerb benutzen", berichtete das "Handelsblatt" weiter. In der Internationalen Handelskammer sind 7500 Unternehmen aus 130 Ländern organisiert.

Swift händigte Bankdaten aus

Der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Ludolf von Wartenberg, sagte der Zeitung: "Wir hören von vielen Seiten die Befürchtungen, dass diese Daten auch für die Wirtschaftsspionage genutzt werden könnten". Der BDI beobachte das "mit großer Sorge". Das Bundesfinanzministerium erklärte laut "Handelsblatt" auf Anfrage, es werde den Vorwürfen nachgehen und die US-Regierung "im Rahmen der G7 um Aufklärung bitten".

Über die genossenschaftlich organisierte Swift (Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication) mit Sitz im belgischen La Hulpe tauschen weltweit knapp 8000 Geld- und Investmenthäuser vertrauliche Finanzdaten aus. Swift selbst könne offenbar nicht garantieren, dass die an die US-Behörden übermittelten Daten tatsächlich nur zur Abwehr von Terrorgefahren dienen, berichtete das "Handelsblatt". Auf Anfrage habe die Gesellschaft erklärt, auch künftig persönliche Daten von Bankkunden an die US-Behörden aushändigen zu wollen.

tim/AFP

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