Europafeindlichkeit: Schelte von den Brit-Bossen - DER SPIEGEL
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Europafeindlichkeit Schelte von den Brit-Bossen

Sie gehören zur Creme de la Creme des britischen Business: Vodafone-Chef Chris Gent, Shell-Boss Mark Moody-Stuart, Unilever-Lenker Niall Fitzgerald und gut hundert Spitzenmanager von der Insel haben ihre Landsleute ermahnt, ihre zunehmende Europafeindlichkeit zu überdenken.
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London - "Als Menschen, deren Unternehmen von Großbritanniens Mitgliedschaft in der Europäischen Union profitiert haben, sind wir tief besorgt über das nun ernst zu nehmende Risiko, dass Großbritannien nur noch eingeschränkten Zugang zum größten Verbrauchermarkt der Welt haben könnte", schrieben die Manager in einer ganzseitigen Anzeige. Damit bezogen sich die Unternehmenschefs auf Umfragen, wonach ein Drittel der Briten für einen Austritt aus der EU ist.

"Wenn wir uns selbst von Europa distanzieren, wird es für Exporteure schwieriger werden, wettbewerbsfähig zu bleiben", warnten sie. "Eine unabhängige Untersuchung hat gezeigt, dass mindestens drei Millionen Stellen in diesem Land von unserer Position in Europa abhängen. Großbritannien sollte im Herzen Europas sein und sich um maximalen Einfluss auf die Entwicklung des europäischen Marktes bemühen."

Am Mittwoch hatte bereits der britische Premierminister Tony Blair vor einer Isolierung seines Landes gewarnt. Blair will nach der nächsten Parlamentswahl ein Referendum über einen möglichen Beitritt zur Eurozone abhalten. Doch nach allen Umfragen wollen zwei Drittel der Briten dagegen stimmen.