Ex-BDI-Präsident: Tyll Necker ist tot - DER SPIEGEL
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Ex-BDI-Präsident Tyll Necker ist tot

Der ehemalige Präsident des Bundesverbandes der deutschen Industrie, Tyll Necker, ist im Alter von 71 Jahren gestorben.
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Bad Oldesloe - Der Unternehmer starb am Donnerstag in seinem Heimatort Bad Oldesloe, sagte eine Sprecherin des Neckerschen Familienunternehmens Hako-Werke.

Insgesamt über sechs Jahre führte Necker als Präsident den Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) und prägte so die Politik der deutschen Wirtschaft Ende der achtziger und Anfang der neunziger Jahre entscheidend mit. Mit seiner sachlichen, fast leisen Art hob er sich von anderen Verbandsbossen ab und erwarb sich hohes Ansehen. Er galt als Ökonom aus Leidenschaft.

Gleich zwei Mal stand der gebürtige Berliner an der Spitze des BDI, der rund 80.000 private Industrieunternehmen mit mehr als elf Millionen Beschäftigten repräsentiert. Das erste Mal war Necker von 1987 bis 1990 am Ruder. Als sein Nachfolger Heinrich Weiss nach verbandsinternen Querelen vorzeitig das Handtuch warf, kam Necker von 1992 bis Ende 1994 noch einmal zum Zug. Danach verzichtete der vierfache Familienvater auf eine weitere Kandidatur und kümmerte sich verstärkt um seine Firma.

Schon früh machte Necker als BDI-Chef die Standortprobleme Deutschlands zu einem seiner Kernthemen. Hartnäckig mahnte er Verbesserungen an, scheute auch offene Konflikte nicht. Mit der Bundesregierung ging er wiederholt hart ins Gericht. Vor allem gegen die Pflegeversicherung focht er energisch. Seine Unternehmerkollegen forderte er auf, den Umweltschutz in deutschen Betrieben zur Chefsache zu machen.

Der Sohn eines Wirtschaftsredakteurs hatte in Göttingen, München und Hamburg Philosophie und Wirtschaft studiert, unter anderem bei Ex-Wirtschaftsminister Karl Schiller. Nach dem Abitur und parallel zum Studium jobbte er bei Hako, der damals kleinen Fabrik des Vaters seiner Mitschülerin Karin Koch. Sie wurde 1955 seine Ehefrau.

Necker trat in den Betrieb ein und wurde später dessen geschäftsführender Gesellschafter. Die Hako-Gruppe in Bad Oldesloe produziert heute Kehr- und Reinigungsmaschinen. Sie kommt auf einen Umsatz von rund 598 Millionen Mark (1999) und beschäftigt fast 2000 Mitarbeiter. Vor gut einem Jahr hatte sich Necker aus dem operativen Geschäft zurückgezogen, er blieb dem Unternehmen aber in Beiräten verbunden.