Ex-Firmenchef: Klavierbauer-Legende Steinway gestorben - DER SPIEGEL
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Ex-Firmenchef Klavierbauer-Legende Steinway gestorben

Der letzte Spross der Steinway-Familie, der noch selbst das legendäre Klavierunternehmen leitete, ist tot: Henry Ziegler Steinway ist in New York im Alter von 93 Jahren gestorben. Das teilte seine Tochter Susan Steinway am Freitag mit.
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New York/Hamburg - Der 1915 in New York geborene Steinway war der Urenkel des Deutschen Heinrich Engelhard Steinweg, der 1850 von Wolfshagen im Harz in die USA ausgewandert war, ein Jahr später den Familiennamen in Steinway änderte und 1853 die Firma Steinway & Sons gegründet hatte. Durch eine neue Fertigungstechnik hatten die Steinway-Klaviere und vor allem Flügel bald riesigen Erfolg. Die Instrumente mit dem berühmten Klang wurden zu 80 Prozent von Hand hergestellt - in New York und seit 1880 auch in Hamburg.

In Schwierigkeiten geriet die Firma nach der Weltwirtschaftskrise von 1929 und schließlich auch nach dem Zweiten Weltkrieg, da ihr Gründer aus Deutschland stammte. Mit der Zeit machte auch die Konkurrenz japanischer Hersteller wie Yamaha den Flügelfabrikanten zu schaffen. Henry Ziegler Steinway arbeitete seit 1937 in der Firma der Familie, 1955 wurde er Chef. Schließlich musste er das Unternehmen 1973 an den Fernsehsender CBS verkaufen, was zu einem heftigen Familienstreit führte.

Steinway blieb aber bis 1977 Präsident der Firma. Auch im Ruhestand blieb er der Firma, die 1985 und 1995 erneut den Eigentümer wechselte, als Berater treu. Noch bis vor wenigen Monaten ging er jeden Tag in die Firmenzentrale in Manhattan, führte Interviews und lud Menschen ein, das Geschäft in New York zu besuchen.

Steinway war seit 1944 mit Polly Zinsser verheiratet, mit der er fünf Kinder hatte. Der Klang der Steinway-Flügel wurde schon im 19. Jahrhundert von Komponisten wie Liszt, Wagner und Gounod gerühmt; berühmte Pianisten wie Alfred Brendel, Vladimir Ashkenazy und Vladimir Horowitz spielten ihre Konzerte auf Steinways.

kaz/AFP/dpa