Ex-Ölmilliardär: Chodorkowski ist im Hungerstreik - DER SPIEGEL
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Ex-Ölmilliardär Chodorkowski ist im Hungerstreik

Der inhaftierte russische Ölunternehmer Michail Chodorkowski befindet sich seit Tagen im Hungerstreik. Damit protestiert er gegen die Isolationshaft seines Ex-Geschäftspartners Platon Lebedew.
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Moskau - Chodorkowski verweigere seit Tagen Essen und Trinken, sagte dessen Anwalt Anton Drel dem Radiosender Moskauer Echo. Der ehemalige Jukos-Boss protestiere damit gegen die Isolationshaft seines ehemaligen Geschäftspartners Platon Lebedew.

Drei Quadratmeter, so groß sei die Zelle in der Lebedew seit Donnerstag leben müsse. Das Bett werde nur von 22 Uhr bis 6 Uhr heruntergeklappt. "Die übrige Zeit muss der Gefangene entweder stehen oder hocken", sagte Lebedews Anwältin Jelena Lipzer. Der offizielle Grund für die strengen Haftbedingungen: Lebedew hätte seinen wöchentlichen Hofgang verweigert.

Für Chodorkowski ist die Begründung der Behörden für die Isolationshaft nur ein Vorwand. Sie wollten sich "an mir rächen, dem Gefangenen Michail Chodorkowski, wegen meiner Artikel und Interviews", ließ der ehemals reichste Mann Russlands über seinen Anwalt verkünden.

Anfang August hatte der 41-Jährige auf seiner Internetseite erwogen, bei einer Nachwahl für das russische Parlament anzutreten. Außerdem hatte er erneut Präsident Wladimir Putin aus dem Gefängnis heraus kritisiert.

Chodorkowski wirft dem Kreml nun vor, er wolle Stärke demonstrieren. "Tatsächlich ist es nur eine Demonstration der Schwäche und der Angst", so seine Stellungnahme.

Ein Moskauer Gericht hatte Chodorkowski und Lebedew wegen Steuerhinterziehung, Betrugs und weiterer Vergehen zu neun Jahren Haft verurteilt. Prozessbeobachter sahen das Verfahren als Racheakt des Kreml, weil Chodorkowski Oppositionsparteien sowie Bürger- und Menschenrechtsgruppen finanziell unterstützt und sich offen gegen die Politik Putins gestellt hatte.

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