Ex-Telekom-Chef Sommer: Vom Börsenstar zum Buhmann - DER SPIEGEL
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Ex-Telekom-Chef Sommer Vom Börsenstar zum Buhmann

Er war der Sonnyboy unter den Vorstands-Chefs: Braungebrannt, rank und schlank lenkte Ron Sommer sieben Jahre lang die Geschicke der Deutschen Telekom. Er brachte den Konzern an die Börse - zunächst mit großem Erfolg. Doch dann kam der Absturz.
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Frankfurt am Main - Über Langeweile konnten die Aktionäre der Telekom nicht klagen, solange Ron Sommer das Unternehmen führte. 1995 war der Manager von Sony zur Telekom gewechselt. Er machte sich daran, aus den Überbleibseln einer beschaulichen Behörde einen "Global Player" zu formen - zunächst mit großem Erfolg.

Sommer wurde 1949 in Haifa als Sohn einer russischen Jüdin und eines Deutschen geboren und promovierte mit nur 21 Jahren in Mathematik.

Im November 1996 brachte er die Telekom erfolgreich an die Börse. Sommer verwendete die Telekom-Aktien als Einkaufswährung. Hier eine kleine Mobilfunkfirma, dort ein ehemaliges Staatsunternehmen im früheren Ostblock: Bezahlt wurde teils in Bar, teils in Aktien. Der Kurs der T-Aktie stieg steil in immer neue Höhen. Es war die Zeit der großen Dotcom-Blase. Die Aktionäre kauften alles, was mit Internet oder Telekommunikation zu tun hatte - und Ron Sommer avancierte zum Börsenstar.

Sein Absturz folgte dem der T-Aktie: Am 6. März 2000 erreichte das Papier seinen Höchststand von 103,50 Euro. Danach ging es in der gesamten Branche bergab, auch schon zur Zeit des dritten Börsengangs im Juni 2000, der jetzt Gegenstand des Musterprozesses vor dem Oberlandesgericht Frankfurt am Main ist. Für seine früher gepriesene Einkaufspolitik erntete Sommer zunehmend Kritik. 34 Milliarden Euro für den US-Mobilfunker Voicestream? Viel zu viel, hieß es aus Branchenkreisen.

Am 10. September 2001 unterschritt die T-Aktie den Ausgabekurs beim ersten Börsengang von 1996. Im März 2002 musste Sommer erstmals tiefrote Bilanzzahlen bekanntgeben: Ein Verlust von 3,5 Milliarden Euro, ein Schuldenberg von 67 Milliarden Euro. Am 16. Juli 2002 trug Sommer die Konsequenzen des Börsen-Debakels. Er trat zurück.

Heute hält sich der einstige Börsenstar im Hintergrund: Er sitzt in Beratergremien für den russischen Technologiekonzern Sistema, den Telekom-Minderheitseigner und Finanzinvestor Blackstone sowie die indische Tata-Gruppe. Er ist außerdem Aufsichtsrat bei Motorola und beim Chemieunternehmen Celanese.

sil/AP