Expansion: Inder kaufen deutsche Pharma-Firma - DER SPIEGEL
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Expansion Inder kaufen deutsche Pharma-Firma

So ändern sich die Zeiten: Die traditionsreiche deutsche Pharma-Firma Heumann, 1913 gegründet, gehörte in den letzen zwei Jahren dem US-Konzern Pfizer. Der will sie nun nicht mehr haben und hat sie weiterverkauft - an einen indischen Mischkonzern.
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Nürnberg/Karlsruhe - Käufer ist der indische Torrent-Konzern, der damit in den deutschen Markt für Nachahmer-Medikamente vordringt. Ein Preis wurde zunächst nicht genannt.

Walter Köbel, Vorsitzender der Geschäftsführung bei Pfizer Deutschland, lobte die Entscheidung: Mit ihr seien die Voraussetzungen für eine weiterhin erfolgreiche Zukunft der Heumann Pharma geschaffen worden. Nötig sei noch die Zustimmung des Bundeskartellamts. Nicht betroffen von dem Geschäft ist das Arzneimittelwerk Heumann PCS in Feucht bei Nürnberg, in dem 430 Beschäftigte arbeiten.

Torrent sah sich schon länger um

Das 1913 gegründete Unternehmen Heumann mit Sitz in Nürnberg war 1989 in den Generika-Markt eingestiegen. Heumann Pharma erzielte nach Pfizer-Angaben im Geschäftsjahr 2004 einen Umsatz von rund 50 Millionen Euro und beschäftigt aktuell 164 Mitarbeiter. Das Unternehmen vertreibt generische Standard-Arzneimittel wie verschreibungspflichtige Herz-Kreislauf-Mittel oder Medikamente gegen Magen-Darm-Beschwerden.

Der indische Energie- und Pharmakonzern Torrent war laut einem Bericht der "Welt" schon seit längerem auf der Suche nach einem geeigneten Übernahmekandidaten. Pfizer wiederum wollte sich von der Firma trennen, weil das Generika-Geschäft nach neuer Auslegung nicht mehr zu den Schwerpunkten des Konzerns gehört. Stattdessen will sich Pfizer auf die Erforschung und Entwicklung neuer Medikamente konzentrieren. Der US-Gigant hat mit 7,7 Milliarden US-Dollar nach eigenen Angaben den höchsten Forschungsetat der Branche. Erst in der vergangenen Woche hatten Presseberichte für Aufregung gesorgt, wonach der deutsche Arzneimittelhersteller Stada einen Käufer suche. Stada bekräftigte allerdings, unabhängig bleiben zu wollen. Heißester Kaufinteressent war den Berichten zufolge die israelische Generika-Firma Teva.