Expansion Ryanair erpresst deutsche Flughäfen
Düsseldorf - Nach Informationen der "Welt am Sonntag" will die Fluglinie noch in diesem Jahr Flüge von mindestens einem Airport in Nordrhein-Westfalen aus anbieten. Die Geschäftsführer der Flughäfen Mönchengladbach, Dortmund, Münster/Osnabrück, Paderborn und Weeze-Laarbruch bestätigten Kontakte zu Ryanair.
Besonderen Optimismus, dass es bald zu einer Einigung kommen könnte, zeigte der Flughafen-Chef von Weeze-Laarbruch, Alex van Elk. Von dem ehemaligen britischen Militärflughafen sollen noch in diesem Jahr Ferienflieger, Billiganbieter und Frachtverkehr starten. Der Flughafen Mönchengladbach will ebenfalls mit Ryanair kooperieren. "Die arbeiten absolut professionell, und wir können günstigere Konditionen anbieten als die großen Flughäfen", sagt Geschäftsführer Hans-Joachim Peters.
Allerdings gebe es Uneinigkeit über die Preisgestaltung. "Wir würden gerne mit Ryanair zusammenarbeiten", sagte Gerd Stöwer, Chef des Flughafens Münster/Osnabrück, "allerdings nur dann, wenn uns Ryanair nicht mehr, wie bislang, ihre Preisbedingungen aufzwingen will." Für eine Boeing 737 müssen in der Regel etwa 3000 Euro pro Umlauf bezahlt werden, damit die Airports einen knappen Gewinn verbuchen können. Ryanair soll, so die "Welt am Sonntag", angeblich nur rund 350 Euro bieten. Der Verlockungen für die Airport-Manager aber sind groß: Vorher unbekannte Flughäfen, die von Ryanair zum Drehkreuz ausgebaut wurden, können ihr Verkehrsaufkommen um mehrere 100 Prozent steigern.