Expansionsstrategie Oracle will US-Rivalen übernehmen
New York - Es ist eine weitere Kampfansage an SAP: Das Softwareunternehmen Oracle will für rund 6,66 Milliarden Dollar (4,69 Milliarden Euro) den heimischen Rivalen BEA Systems übernehmen. Ziel sei es, die Position des Unternehmens im Bereich Firmensoftware zu stärken, teilte das US-Unternehmen heute mit. Es habe dem BEA-Systems-Vorstand ein Angebot von 17 Dollar je Aktie unterbreitet. Dies entspreche einem Aufschlag auf den Schlusskurs von gestern von 25 Prozent.
BEA steht seit geraumer Zeit unter Druck, der Aktionär und Milliardär Carl Icahn fordert den Verkauf der Firma. Icahn hält mittlerweile 13,2 Prozent an BEA. BEA bietet Unternehmenssoftware an, und zwar sogenannte Middleware. Darunter versteht man die Integration von Schnittstellen und Komponenten unterschiedlicher Anwendungen, damit sie miteinander kommunizieren können.
"Wir glauben, dass unser Bar-Angebot die beste Option für BEA-Aktionäre darstellt und Oracle das beste Zuhause für deren Mitarbeiter und Kunden ist", sagte Oracle-Präsident Charles Phillips. Aktien der in San Jose beheimateten BEA Systems stiegen im vorbörslichen Handel um 24,4 Prozent auf 16,95 Dollar.
BEA Systems wies das Übernahmeangebot am Abend zurück. Die Bar-Offerte von 17 Dollar je Aktie spiegele nicht den wahren Wert des Unternehmens wider, schrieb der Verwaltungsrat in einem offenen Brief an Oracle. Dennoch werde das Angebot weiter geprüft.
Für Oracle wäre die geplante Übernahme nicht die erste: Seit 2005 gab das von Larry Ellison geführte Unternehmen etwa 25 Milliarden Dollar für die Übernahme von Konkurrenten wie Siebel , Peoplesoft und Hyperion aus. Die Aktien des Unternehmens wurden vorbörslich mit 22,40 Dollar gehandelt. Am Vorabend war die Aktie kurz vor Handelsende eingebrochen und mit einem Minus von 2,01 Prozent mit 22,46 Dollar aus dem Handel gegangen.
Am vergangenen Wochenende läutete auch Erzrivale SAP einen Kurswechsel ein: Nachdem der Konzern jahrelang die Strategie rein organischen Wachstums gepredigt hatte, gab er bekannt, den französischen Anbieter von Finanzinformations-Software (Business Intelligence), Business Objects, für rund 4,8 Milliarden Euro kaufen zu wollen. Mit der Übernahme wollen die Walldorfer den Kundenkreis ausweiten und sich Wachstum einkaufen.
sam/Reuters/dpa-AFX/AP/dpa