Experte zu Feiertagsdiskussion: Clements Milchmädchenrechnung - DER SPIEGEL
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Experte zu Feiertagsdiskussion Clements Milchmädchenrechnung

Wirtschaftsminister Wolfgang Clement bekommt Nachhilfe in Sachen Volkswirtschaft. Weniger Feiertage, so die Belehrung des Wirtschaftsexperten Gustav Horn, hätten in flauen Konjunkturperioden kaum Auswirkungen auf das Wachstum in Deutschland.
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Berlin - "Wenn überhaupt, hätte das nur einen sehr geringen Effekt", sagte der Leiter der Konjunkturabteilung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) am Dienstag in Berlin. Clements Ansicht, das Wachstum könne dadurch höher ausfallen, beruhe auf einer "Milchmädchenrechnung".

Zu Boomzeiten würden zusätzliche Arbeitstage Sinn machen, sagte Horn. Schwache Nachfrage aber lasse sich nicht durch mehr Arbeitszeit wettmachen. "Wenn Sie eine totale Flaute haben, nützt auch ein zusätzliches Segel nichts." Bei den von Clement angegebenen Werten handele es sich um eine rechnerische Konvention, die vom Statistischen Bundesamt unabhängig von der wirtschaftlichen Situation pro zusätzlichem Arbeitstag zu Grunde gelegt werde. Horn: "Das pauschal als starre Regel anzuwenden, halte ich für falsch. Man kann es schon gar nicht benutzen, um sich aus der Krise zu rechnen."

Clement hatte in einen Interview mit dem "Stern" angeregt, die Deutschen sollten auf einige freie Tage verzichten, um die Wirtschaft wieder anzukurbeln. Er verwies darauf, dass im nächsten Jahr das Wirtschaftswachstum bis zu 0,5 Prozent höher ausfallen werde, weil eine Reihe von Feiertagen auf Wochenenden falle.