Expertenhoffnung: Senkt Greenspan die Leitzinsen? - DER SPIEGEL
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Expertenhoffnung Senkt Greenspan die Leitzinsen?

Die amerikanische Notenbank entscheidet an diesem Dienstag über eine weitere Senkung der Leitzinsen. Experten erwarten einen erneuten Zinsschritt.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Washington - Es wäre die neunte Zinssenkung in diesem Jahr. Der Satz für Tagesgeld könnte auf das niedrigste Niveau seit fast 40 Jahren sinken.

"Zinssenkungen zeigen erst langfristig Wirkung. Wichtiger ist die kurzfristige psychologische Wirkung auf besorgte Investoren, Unternehmen und Verbraucher", sagte die Ökonomin Lara Rhame vom Investmenthaus Brown Brother Harriman in New York der Agentur Bloomberg.

Der Satz für Tagegeld liegt zurzeit bei drei Prozent. 2,5 Prozent wurden zuletzt in der Amtszeit von Präsident John F. Kennedy im Mai 1962 verlangt. Tagesgeld ist der Zins, den Banken sich gegenseitig für kurzfristige (über Nacht) Kredite in Rechnung stellen. In der Regel senken die amerikanischen Großbanken entsprechend die "Prime Rate", einen wichtigen Eckzins, an dem sich Teilzahlungs-, Kreditkarten-, variable Hypotheken- und Kreditzinsen für kleine und mittlere Unternehmen orientieren.

Die US-Notenbank versucht seit Anfang des Jahres, Unternehmer mit der Verbilligung des Geldes zu neuen Investitionen zu reizen. Bislang mit wenig Erfolg. Das Wirtschaftswachstum hat rapide nachgelassen. Im dritten Quartal schrumpfte das Bruttoinlandsprodukt nach Schätzungen der Analysten. Im zweiten Quartal war es gegenüber dem Vorquartal um weniger als 0,1 Prozent gewachsen.

Die jüngste Zinssenkung erfolgte am 17. September, sechs Tage nach den Terroranschlägen in New York und Washington und der damit verbundenen Börsenschließung. Die Wirkung verpuffte: Der Dow Jones verlor in der Woche 14,3 Prozent. Die Hälfte der Verluste wurde in der vergangenen Woche aufgeholt.