Exportboom bei Textilien China bremst die eigene Wirtschaft
Shanghai - Auf "bestimmte Textilprodukte", die chinesische Hersteller ins Ausland verkauften, würden ab dem Jahreswechsel Ausfuhrabgaben erhoben, wurde ein Sprecher des Handelsministeriums von der staatlichen Zeitung "China Daily" zitiert. Damit solle ein "sanfter Übergang" im Textilhandel gewährleistet werden.
Nach einem Beschluss der Welthandelsorganisation (WTO) fallen zum 1. Januar alle Textil-Importquoten weg. Das Billiglohnland China könnte damit bis zu 50 Prozent der weltweiten Textilproduktion stellen, was in anderen Ländern tausende Arbeitsplätze in der Branche bedroht.
China werde seine Exporte eher nach Volumen als nach Wert besteuern, kündigte Ministeriumssprecher Chong Quan an. Damit sollten höherwertige Textilien beim Export bevorzugt werden. Produzenten und Industrieverbände seien über die geplante Besteuerung informiert und würden auch über Auslandsinvestitionen und internationale Industriestandards beraten.
In Deutschland bedroht der Wegfall der Importquote in den nächsten drei Jahren laut einer Branchenstudie 3500 bis 5000 der rund 140.000 Arbeitsplätze im Textilsektor, das Textilland Portugal sieht sogar 100.000 Jobs bedroht. Bislang musste sich China bei seinen Exporten an bestimmte Mengenkontingente halten.