Exportboom Stärkstes Wachstum seit 20 Jahren
Köln - Nach Angaben des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) wurde das Exportvolumen des Vorjahrs in den ersten vier Monaten dieses Jahres um gut 16 Prozent übertroffen. Die Lieferungen an die Länder im Euroraum legten sogar um über 17 Prozent zu. Mengenmäßig dürfte der Export in diesem Jahr um knapp zehn Prozent zunehmen. Beim Umsatz werde ein Plus von rund 14 Prozent erwartet.
Für Schubkraft sorgen nach Angaben des IW vor allem die gute Weltwirtschaft sowie hohe Produktivitätszuwächse bei einem vergleichsweise geringen Anstieg der Arbeitskosten. Der Kostennachteil deutscher Anbieter gegenüber der ausländischen Konkurrenz sei damit weitgehend abgebaut.
Nach IW-Angaben dürfte sich das Verhältnis von Exportanstieg zu Marktwachstum in diesem Jahr um 1,5 Prozentpunkte verbessern. Das wäre der kräftigste Zugewinn seit 20 Jahren. Die größere Schlagkraft der deutschen Exporteure lasse sich bereits an ihrer Marktposition im vergangenen Jahr ablesen: Von 27 Ländern, die insgesamt 85 Prozent der deutschen Ausfuhren abnahmen, war die Bundesrepublik in 13 Staaten der wichtigste Lieferant, wie das IW schrieb.
Spitze war Deutschland den Angaben zufolge vor allem bei den Exporten in die Nachbarländer. In Österreich trugen 1999 laut IW-Studie mehr als 40 Prozent der Einfuhren den Stempel "Made in Germany". In Mark und Pfennig gerechnet war im vergangenen Jahr Frankreich mit 113 Milliarden Mark größter Abnehmer deutscher Waren. Deutschlands zweitgrößter Kunde waren die USA, die Waren im Wert von 101 Milliarden Mark einführten.