Exporte Deutsche Wirtschaft baut Vorsprung aus
Frankfurt am Main - Trotz des starken Euro wurden deutsche Güter auch in die USA überdurchschnittlich häufig verkauft, berichtete das Statistische Bundesamt heute Vormittag in Wiesbaden. Insgesamt kletterten die Ausfuhren in den ersten drei Monaten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 16,3 Prozent auf knapp 216 Milliarden Euro. Rund zwei Drittel des deutschen Wirtschaftswachstums geht auf den Export zurück.
Nach Ländern aufgeteilt gab es den höchsten Zuwachs für den Export in die zehn neuen EU-Länder (plus 27 Prozent). Besonders stark stiegen die Ausfuhren nach Polen, Ungarn sowie in die drei baltischen Staaten. "Dabei handelt es sich aber nicht nur um Güter, sondern ein Teil davon sind Veredlungsgeschäfte", sagte ein Statistiker. So würden in Deutschland Teile produziert und zur Montage in die billigen osteuropäischen Länder gebracht. Kleidung werde häufig nach Tschechien zum Nähen exportiert und dann wieder importiert.
Die hohe Nachfrage aus Russland hängt mit den guten Geschäften aus dem Ölgeschäft zusammen. "Russland hat durch seine Ölgeschäfte hohe Einnahmen, die in deutsche Maschinen oder Anlagen investiert werden", sagte der Statistiker. Nach Russland sowie China verkauften deutsche Firmen hauptsächlich Maschinen, Autos und chemische Erzeugnisse. Wegen der Verteuerung von Öl und Gas seien die Importe aus Russland im ersten Quartal fast 60 Prozent über das Vorjahresniveau geklettert. Die Einfuhren aus China legten um 39 Prozent zu. Insgesamt stiegen die deutschen Einfuhren im ersten Quartal um 23,5 Prozent auf 176 Milliarden Euro.
Nicht ganz so gut lief das Geschäft mit den 15 alten EU-Mitgliedstaaten. Dorthin stiegen die Ausfuhren mit 13 Prozent binnen Jahresfrist unterdurchschnittlich. Besonders deutlich unter dem Durchschnitt blieben die Exporte in die großen Partnerländer Frankreich und Großbritannien. allerdings besteht hier mit einem Plus von zehn Prozent beziehungsweise 7,8 Prozent wenig Grund zum klagen - zumal Frankreich nach wie vor der wichtigste Absatzmarkt blieb, gefolgt von den USA, Großbritannien und Italien.
mik/dpa