EZB: Duisenberg betreibt "Seelenmassage" - DER SPIEGEL
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EZB Duisenberg betreibt "Seelenmassage"

EZB-Präsident Wim Duisenberg hat sich überraschend an die europäischen Bürger gewandt. Seine warmen Worte für den Euro deuten Analysten zufolge auf die große Nervosität der Europäischen Zentralbank hin.
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Frankfurt am Main - In einer öffentlichen Mitteilung erklärte Duisenberg, er verstehe die Sorgen der Bürger über den Euro-Kurs, da ein andauernd schwacher Euro letztlich zu höheren Preisen bei Konsumgütern führen könnte. Deshalb werde die Europäische Zentralbank den Euro-Kurs sehr genau beobachten und weiterhin alles tun, um die Preisstabilität zu gewährleisten. Basierend auf stabilen Preisen und der wirtschaftlichen Stärke der Euro-Zone, werde der Euro in Zukunft eine starke Währung sein.

Hans-Jürgen Meltzer von der Deutschen Bank Research nannte die Aussagen Duisenbergs eine Art "Seelenmassage". Er bezweifelte, dass der Euro so wieder an Boden gewinnen werde. Zwar habe Duisenberg mit seinen Aussagen recht, doch dass reiche nicht.

Eckhard Schulte von der Industrial Bank of Japan in Frankfurt kritisierte das Statement Duisenbergs, da es keinen Sinn mache, die Lage zu dramatisieren. "Die öffentliche Debatte über den Euro war emotional und irrational, und eine Mitteilung wie diese brauchen wir jetzt gerade nicht", sagte Schulte. Die EZB werde dem Euro damit nicht helfen.