EZB-Entscheidung Leitzinsen bleiben unverändert
Frankfurt am Main - Der für die Refinanzierung der Geschäftsbanken maßgebliche Zinssatz betrage weiterhin 2,0 Prozent, teilte die Europäische Zentralbank (EZB) nach ihrer heutigen Ratssitzung in Frankfurt mit. Die Zentralbank begründete die Entscheidung zunächst nicht und verwies auf die Pressekonferenz von EZB-Präsident Jean-Claude Trichet.
Der politische Druck auf die EZB war zuletzt gewachsen. So hatten mit Bundeskanzler Gerhard Schröder und Frankreichs Ministerpräsident Jean-Pierre Raffarin die Regierungschefs der beiden größten Länder der Euro-Zone die Zentralbank aufgefordert, die noch schwache Wirtschaftserholung mit niedrigeren Zinsen gegen dämpfende Effekte der Euro-Aufwertung zu schützen. Die meisten Analysten hatten aber mit unveränderten Zinsen gerechnet, da die EZB trotz jüngster Rückschläge bei Konjunkturdaten weiterhin von einer intakten Erholung ausgehe.
Die anhaltende Euro-Stärke mag zudem die Aussichten für die Preisstabilität etwas verbessert haben - aber noch nicht in einem Ausmaß, das aus EZB-Sicht eine weitere Lockerung der Geldpolitik rechtfertigt. Oberstes EZB-Ziel sind stabile Preise mit Teuerungsraten nahe unter zwei Prozent.
Eine weitere Zinssenkung können sich viele Analysten nur vorstellen, wenn der Euro-Kurs drastisch über 1,35 Dollar steigen sollte und damit die Konjunkturerholung auszubremsen drohte. Zuletzt hatte sich die Gemeinschaftswährung angesichts der fortschreitenden Belebung der US-Wirtschaft aber auf weniger als 1,21 Dollar verbilligt. Die große Mehrheit der Volkswirte geht davon aus, dass die Notenbank mindestens noch bis zum Herbst die Zinsen stabil halten und dann erhöhen wird.