EZB: Leitzinsen angehoben - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

EZB Leitzinsen angehoben

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat zum fünften Mal in diesem Jahr die Leitzinsen erhöht. Sie entschied sich für eine moderate Anhebung um 25 Basispunkte. Volkswirte erwarten allerdings weitere Erhöhungen in den nächsten Monaten.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Frankfurt am Main - Der Mindestbietungssatz für Hauptrefinanzierungsgeschäfte werde um 25 Basispunkte auf 4,50 Prozent angehoben, teilte die EZB am Donnerstag in Frankfurt mit.

Die Währungshüter begründeten die sechste Erhöhung seit November mit den aktuellen Risiken für die Geldwertstabilität.

Um das sehr günstige Umfeld für das Wirtschaftswachstum in Euroland zu erhalten, müsse die Preisstabilität auf mittlere Sicht gewährleistet werden. Der aktuelle Preisauftrieb werde größtenteils von den Ölpreissteigerungen und dem niedrigen Eurokurs beeinflusst und sei damit durch die Geldpolitik nicht kurzfristig zu beheben.

Es sei aber "unbedingt erforderlich, den mittelfristigen Aufwärtsdruck auf die Preise zu begrenzen", sagte EZB-Präsident Wim Duisenberg. "Die heutigen geldpolitischen Beschlüsse unterstützen die günstigen Aussichten für ein kräftiges Wirtschaftswachstum im Euroraum."

An den Finanzmärkten war eine Zinserhöhung erwartet, über ihr Ausmaß jedoch gerätselt worden. Ulrich Kater von der DGZ Deka Bank sagte zu der Entscheidung: "Die Erhöhung um 25 Basispunkte ist aus unserer Sicht der konjunkturellen Situation und der Inflationsgefahren in der Euro-Zone angemessen. Die EZB stößt damit ins geldpolitisch neutrale Feld vor, das heißt in den Bereich, wo die Geldpolitik die Konjunktur weder ankurbelt noch dämpft". Diese Zinserhöhung ist seiner Meinung nach aber noch nicht das Ende der Fahnenstange. Nach dem Konjunkturszenario der Bank geht es mit dem Wirtschaftswachstum auf hohem Niveau weiter, so dass ein weiterer Zinsschritt nötig sein wird. Kater rechnet mit einer Erhöhung um weitere 25 Basispunkte im November und einem Erreichen von 5,0 Prozent Anfang nächsten Jahres.