EZB Leitzinsen bleiben unverändert
Frankfurt am Main - Damit bleibt der wichtigste Zins zur Versorgung der Kreditwirtschaft mit Zentralbankgeld bei 2,0 Prozent. Dies teilte die EZB nach ihrer Ratssitzung am Donnerstag in Frankfurt mit. Dagegen hatte die Bank of England zuvor den britischen Leitzins überraschend von 3,75 auf 3,50 Prozent gesenkt. EZB-Präsident Wim Duisenberg will am Nachmittag auf einer Pressekonferenz die Gründe erläutern.
Volkswirte hatten mit dieser Entscheidung gerechnet. Erst im September erwarten sie eine geldpolitische Lockerung. Spielraum dafür wäre angesichts der günstigen Inflationsaussichten und der schwachen Konjunktur vorhanden.
Duisenberg hatte bereits in der vergangenen Woche Hoffnungen auf eine Zinssenkung zunichte gemacht. Die EZB habe ihren Beitrag zu besseren Bedingungen für mehr Wachstum geleistet, nun seien die Regierungen mit dringend nötigen Strukturreformen am Zug, hatte er erklärt. Zuletzt hatte die Notenbank den Leitzins im Juni von 2,5 auf 2,0 herabgesetzt.
Seit Dezember hat die EZB die Bankenrefinanzierung um insgesamt 1,25 Prozentpunkte verbilligt, da die schwache Konjunktur und der kräftige Euro-Kursanstieg das Preisniveau dämpfen.