EZB-Ratssitzung: Leitzins bleibt konstant - DER SPIEGEL
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EZB-Ratssitzung Leitzins bleibt konstant

Die Europäische Zentralbank hat in ihrer heutigen Ratssitzung auf das Anheben des Leitzinses verzichtet. Allerdings deuteten die Notenbanker eine neue Zinsrunde im Dezember an. Denn die derzeit recht stabile Inflation wird nach ihrer Einschätzung in den nächsten Monaten wieder anziehen.
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Frankfurt am Main - Der wichtigste Zins zur Versorgung der Kreditwirtschaft in der Eurozone mit Zentralbankgeld bleibt zunächst unverändert bei 3,25 Prozent. Das teilte die Europäische Zentralbank (EZB) heute nach ihrer Ratssitzung in Frankfurt mit. EZB-Präsident Jean-Claude Trichet hatte bereits beim vorangegangenen Treffen der Notenbanker in Paris angedeutet, dass die nächste Zinserhöhung auf 3,50 Prozent erst für Dezember geplant sei.

Heute sagte Trichet, mit Blick auf die Inflationsrisiken sei "starke Wachsamkeit" weiterhin erforderlich. Mit der Verwendung des Schlüsselwortes "Wachsamkeit" ("vigilance") pflegt der oberste Währungshüter Europas auf bevorstehende Zinsschritte vorzubereiten. Zum letzten Mal hatte die EZB die Zinsen im Oktober um 0,25 Prozentpunkte angehoben.

Trichet rechnet mit weiterem Wirtschaftswachstum

Die Inflation im Euro-Raum hatte sich im Oktober vor allem wegen gesunkener Ölpreise auf 1,6 Prozent verringert. Sie lag damit zwar klar unter der von den Währungshütern als Preisstabilität definierten Marke von zwei Prozent. Nach Einschätzung der EZB werden die Verbraucherpreise in den kommenden Monaten aber wieder steigen.

Sollte sich diese Annahmen bestätigen, werde es nötig sein, die Zinszügel zu straffen, hieß es heute. Eine rechtzeitige und angemessene Reaktion sei entscheidend für die Preisstabilität. Positiv beurteilten die Währungshüter die Konjunkturaussichten für den gemeinsamen Währungsraum. Seit Mitte 2005 sei die Wirtschaft stärker gewachsen als erwartet und der Schwung sollte auch in der zweiten Hälfte dieses Jahres anhalten, sagte Trichet. Alle ökonomischen Daten sowie die Erholung auf dem Arbeitsmarkt deuteten darauf hin.

Auch für die Zukunft rechnet der EZB-Präsident mit einem soliden Wirtschaftswachstum. Allerdings könnte es zum Jahreswechsel wegen der Mehrwertsteuererhöhung in Deutschland zu Schwankungen bei den Wachstumsraten kommen.

ase/AP/dpa