EZB-Sitzung: Der Leitzins bleibt, wo er ist - DER SPIEGEL
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EZB-Sitzung Der Leitzins bleibt, wo er ist

Die Appelle aus Wirtschaft und Politik haben nichts bewirkt. Die Europäische Zentralbank lässt die Leitzinsen trotz der wirtschaftlichen Abkühlung vorerst unverändert.
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Frankfurt am Main - Der wichtigste Zinssatz zur Versorgung der Kreditwirtschaft mit Notenbank-Geld bleibt konstant bei 3,75 Prozent. Das teilte die EZB am Donnerstag mit. In diesem Jahr hat die Zentralbank den Schlüsselzins in insgesamt drei Schritten um einen ganzen Prozentpunkt reduziert.

Die Mehrheit der EZB-Watcher hatte erwartet, dass Notenbankchef Wim Duisenberg den Leitzins erneut um 25 Basispunkte auf 3,5 Prozent senkt.

Nach der Zinssenkung ist vor der Zinssenkung

Dass die EZB die Leitzinsen trotzdem noch in diesem Jahr kürzt, glaubt BHF-Chefvolkswirt Uwe Angenendt: "Die EZB hat in ihren jüngsten Statements darauf hingewiesen, dass sie die aktuellen Zahlen neu bewerten will. Wir haben inzwischen gravierende Rückgänge des Verbrauchervertrauens in Deutschland und etwa in Italien, wo das Geschäftsvertrauen in der Unternehmerschaft um zwölf Prozent auf den tiefsten Stand seit 1996 zurückgegangen ist."

Welteke mahnt vor vorschnellen Entscheidungen

Die Zentralbanker sehen das anders. Bundesbankpräsident Ernst Welteke hatte sich am vergangenen Montag hoffnungsvoll gezeigt und erklärt, die aktuelle Wirtschaftslage sei besser, als die schwachen Stimmungsbarometer andeuteten Daher hatte Welteke vor vorschnellen Entscheidungen der Finanz- und Geldpolitik gewarnt.

"Doch langfristig wird die EZB etwas tun müssen", sagt Jose Sarafana, Volkswirt bei der WestLB Research. Der Druck auf die Geldpolitiker sei da: "Die Wirtschaft geht runter", kommentiert der Analyst. Tatsächlich rechnen selbst unverbesserliche Optimisten kaum noch mit enormen Zuwächsen. Erst für die zweite Hälfte des Jahres sehen die Euro-Politiker wieder Land. Wenn schon nicht heute, so glaubt Sarafana daher doch, dass die Europäische Zentralbank bald die Zinsen senken wird.

Börse in Frankfurt bricht ein

Der Frankfurter Leitindex Dax fiel unmittelbar nach dem Entscheid um 13.45 Uhr auf ein Tagestief von 4738 Zählern, stieg dann auf 4760 Punkte an und lag gegen 14.00 mit 4736 Zählern 1,6 Prozent unter seinem Vortagesschluss. Direkt vor Bekanntgabe der Entscheidung hatte der Index bei 4766 Punkten notiert. Am Neuen Markt notierte der Blue-Chip-Index Nemax-50 1,4 Prozent tiefer bei 1072 Punkten.