EZB: Trichet vertagt Zinserhöhung auf Juni - DER SPIEGEL
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EZB Trichet vertagt Zinserhöhung auf Juni

Die Europäischen Zentralbank hat die Erhöhung der Leitzinsen vertagt. Mit einer eindeutigen Äußerung gab EZB-Präsident Jean-Claude Trichet jedoch das Signal für eine Erhöhung im Juni.
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Frankfurt - Die Entscheidung war erwartet worden: Die Währungshüter der EZB haben den Leitzins nach den beiden Erhöhungen im Dezember und März unverändert bei 2,5 Prozent gelassen. Trichet sagte, die Wirtschaft im Euroraum befinde sich immer noch in der Erholungsphase. Mit dem erneuten starken Ölpreisanstieg und der anhaltenden wirtschaftlichen Erholung nähmen die Inflationsrisiken zu.

Zugleich deutete Trichet jedoch auch eine Zinserhöhung für die nächste turnusmäßige Ratssitzung im Juni an. Mehrmals benutzte Europas oberster Währungshüter in der Pressekonferenz das Schlüsselwort "Wachsamkeit", mit dem er gewöhnlich die Finanzmärkte mit dem Hinweis auf Inflationsrisiken auf bevorstehende Zinsschritte einstimmt.

Der EZB-Rat werde hohe Wachsamkeit walten lassen, damit sich die Gefahren für die Preisstabilität nicht einstellten, sagte Trichet nach der Zinssitzung am Donnerstag in Frankfurt. Mit diesen Worten hatte die EZB bereits die Zinserhöhungen im Dezember und März jeweils einen Monat zuvor angekündigt.

In einer Umfrage der Wirtschaftsnachrichtenagentur Dow Jones Newswires rechneten die meisten befragten Analysten mit einer Zinserhöhung um 0,25 Prozentpunkte bei dem Treffen im Juni in Madrid und eine weitere Anhebung auf dann 3,0 Prozent bis Ende des Sommers. Für Anfang nächsten Jahres prognostizieren sie einen Leitzins von dann 3,25 Prozent.

Der Euro hat in den vergangenen Wochen deutlich gegenüber dem Dollar zugelegt. Trichet signalisierte jedoch, dass auch ein starker Euro, der die Exporte aus dem Euroraum verteuert, eine eventuelle Zinserhöhung nicht verhindern müsse.

Positiv äußerte sich Trichet über die bessere Lage auf dem Arbeitsmarkt im Euroraum, die den Konsum stimulieren werde. Namentlich erwähnte er in diesem Zusammenhang Deutschland, die größte Volkswirtschaft im Euroraum.

ank/ddp/rtr