EZB: Wachstumsprognose um 20 Prozent gesenkt - DER SPIEGEL
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EZB Wachstumsprognose um 20 Prozent gesenkt

Die Europäische Zentralbank hat ihre Wachstumsprognose für den Euroraum nach unten korrigiert. Die Preise werden außerdem unerfreulich schnell steigen, so die Vorhersage.
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Frankfurt am Main - Die Währungshüter erwarten in ihrem aktuellen Monatsbericht nur noch ein Wachstum von 2,2 bis 2,8 Prozent. In der letzten Projektion im vergangenen Dezember waren sie noch von 2,6 bis 3,6 Prozent ausgegangen. Im Mittel ist das eine Senkung um 0,6 Prozentpunkte. Die Prognose lag damit im Dezember rund 20 Prozent höher.

Für 2002 wird mit einem Plus beim Bruttoinlandsprodukt von 2,1 bis 3,1 Prozent gerechnet. Im Dezember waren noch 2,5 bis 3,5 Prozent erwartet worden. Auch das Beschäftigungswachstum wird sich nach Ansicht der EZB-Experten verlangsamen, die Arbeitslosigkeit aber weiter sinken.

Für die Inflation nannte die EZB einen Korridor von 2,3 bis 2,7 Prozent in diesem Jahr, der damit deutlich über dem selbst gesteckten Ziel von zwei Prozent liegt. Als Gründe für den Preisauftrieb wurden unter anderem hohe Rohöl- und Nahrungsmittelpreise genannt. Im kommenden Jahr sollte der Preisdruck aber nachlassen und die Inflationsrate auf 1,2 bis 2,4 Prozent sinken.

Nach Einschätzung der Experten dürfte sich das Wachstum des Privatkonsums von 2,7 Prozent im vergangenen Jahr auf 2,2 bis 2,6 Prozent 2001 abschwächen. Auch die Zahlen für den Außenhandel mussten deutlich nach unten korrigiert werden.

Seit März seien die Unsicherheiten über die weitere Entwicklung der Weltkonjunktur gestiegen, hieß es. Dabei verwiesen die Experten vor allem auf die deutliche Wachstumsabschwächung in den USA und die Lage in Japan. Sorgen bereitet der EZB aber auch die Situation in Asien, Argentinien und der Türkei. Angesichts dieser Konstellation bleibe ein weiteres Abwärtsrisiko für die Weltkonjunktur bestehen, hieß es.