EZB Wann sinken die Leitzinsen?
Paris - Nur drei von 39 befragten Ökonomen erwarten, dass der Zinssatz schon am kommenden Donnerstag sinken könnte. Dagegen rechnen 20 Analysten mit einem Zinsschritt der Notenbank am 11. April, für den auch eine Pressekonferenz anberaumt ist.
Die Volkswirte werten insbesondere Aussagen des Banque-de-France-Chefs Jean-Claude Trichet vom Freitag als Anzeichen für sich bald lockernde Zinszügel. Trichet hatte erklärt, dass die europäische Wirtschaft eindeutig von der Abschwächung der US-Wirtschaft betroffen sei. Trotz der Probleme in den USA bleibe jedoch die Wirtschaft in der Eurozone stabil. Als weiteres Indiz werten die Fachleute die Aussagen von Trichet, dass die Inflation nicht länger Anlass zur Sorge für die EZB sei.
Die Aussagen von EZB-Chefökonom Otmar Issing gehen in die gleiche Richtung. Dieser hatte bereits am Donnerstag erklärt, dass die Abwärtsrisiken für das Wirtschaftswachstum mit Sicherheit zugenommen hätten.
Nach Ansicht der Dresdner Bank wird die Europäische Zentralbank (EZB) schon bald den zentralen Leitzins um 0,25 Prozentpunkte zurücknehmen. Damit sei allerdings noch keine Abkehr vom neutralen geldpolitischen Pfad gegeben. Die Senkung sei aus konjunkturellen Gründen nicht zwingend erforderlich, schade aber auch nicht.
Nicht einig war sich die Expertenrunde darüber, wie weitgehend die Zinssenkung ausfallen wird. 15 der befragten Ökonomen prognostizierten, dass der Leitzins bis zum Jahresende bei 4,25 Prozent liegen werde, neun nannten einen Satz von 4,0 Prozent. Eine noch stärkere Absenkung auf 3,75 Prozent erwartete nur einer.