EZB Zinsen bleiben unverändert
Frankfurt am Main - Die Europäische Zentralbank (EZB) erhöht die Leitzinsen nicht. Dies teilten die Währungshüter nach Beratungen am Donnerstag mit. Der wichtigste Leitzins zur Beschaffung von Zentralbankgeld liegt damit weiterhin bei 4,50 Prozent.
An den Finanzmärkten war mit unveränderten Zinsen gerechnet worden, obwohl der Euro gegenüber dem Dollar zuletzt wieder unter Abwertungsdruck geraten war. Dies könnte die Importpreise und später die Inflation weiter steigen lassen.
Klaus Schrüfer, Volkswirt bei der BfG-Bank sagte: "Die EZB hat die Leitzinsen vor dem Hintergrund bestätigt, dass sich seit der jüngsten Erhöhung vor zwei Wochen nichts grundlegend verändert hat. Sie sollte auch durchaus noch mehrere Monate bis zur nächsten Zinsanhebung warten, denn die Inflationsentwicklung ist keineswegs Besorgnis erregend." Zwar seien die Ölpreise stark gestiegen, doch würden diese durch niedrigere Lohnstückkosten auf Grund der moderaten Tarifabschlüsse im Frühjahr ausgeglichen.
Angesichts der Ölpreisexplosion hat die EZB eindringlich vor überzogenen Lohnerhöhungen gewarnt. Jeder Versuch, mit den Löhnen nachzuziehen, wäre äußerst abträglich, sagte der EZB-Präsident Wim Duisenberg. Die Geldpolitik müsste in diesem Fall auf den davon ausgehenden zusätzlichen Preisdruck mit Zinserhöhungen reagieren. Dieses würde aber der Konjunktur schaden.