Fairchild Dornier: Retter in Sicht? - DER SPIEGEL
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Fairchild Dornier Retter in Sicht?

Für den insolventen Flugzeugbauer Fairchild Dornier gibt es offenbar doch noch einen Funken Hoffnung. Der kanadische Flugzeugbauer Bombardier Aerospace hat Interesse an einem Einstieg signalisiert.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Berlin/Oberpfaffenhofen - "Wir verfolgen die Situation sehr aufmerksam", sagte Firmensprecher John Paul MacDonald am Montag auf der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) in Berlin. Möglicherweise werde noch im Laufe der Woche eine Entscheidung fallen.

Auf Wunsch der bayerischen Staatsregierung, der Bundesregierung und der Lufthansa prüfe Bombardier derzeit das Potenzial der Regionalflugzeugfamilie vom Typ 728 von Fairchild Dornier, sagte MacDonald. Das 728-Projekt war der größte Hoffnungsträger des Oberpfaffenhofener Traditionsunternehmens. Der vorläufige Insolvenzverwalter hatte aber bereits angekündigt, dass Fairchild Dornier das Projekt notfalls stoppen und abtrennen muss.

Bislang hatte Bombardier jegliches Interesse an dem Konkurrenten bestritten. Seit dem Insolvenzantrag Anfang April habe sich die Situation aber verändert, sagte der Sprecher. Fairchild Dornier ist seit Monaten auf der Suche nach einem Investor, um langfristig überleben zu können.

Bombardier Aerospace gehört zum kanadischen Bombardier-Konzern, der auch Schienenfahrzeuge herstellt. Im laufenden Geschäftsjahr 2002/2003 will das Unternehmen weltweit 226 Regionaljets und 140 Geschäftsflugzeuge ausliefern. Konkrete Zahlen zum europäischen Markt nannte Bombardier nicht. Zu den wichtigsten Kunden in Europa gehört die Lufthansa, die mittlerweile 65 Bombardier-Flugzeuge in ihrer Flotte hat.