Fall Chodorkowski: Gericht vertagt Berufungsprozess - DER SPIEGEL
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Fall Chodorkowski Gericht vertagt Berufungsprozess

Das Moskauer Stadtgericht hat die erste Anhörung im Berufungsverfahren gegen den inhaftierten Michail Chodorkowski auf kommenden Montag verschoben. Der Grund: Der Anwalt des russischen Ölmagnaten ist im Krankenhaus.
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Hamburg - Heute morgen sollte das Berufungsverfahren gegen Michail Chodorkoski in Moskau mit einer ersten Anhörung beginnen. Aber Genrich Padwa, der einzige Anwalt, der vom ehemaligen Jukos-Chef zur Verteidigung beauftragt worden war, erschien nicht im Moskauer Gerichtssaal. Er lag im Krankenhaus. Trotzdem eröffnete das dreiköpfige Richtergremium die Anhörung zunächst, unterbrach sie dann aber zwei Mal, um über das weitere Vorgehen zu beraten. Schlussendlich entschieden sich die Richter für eine Vertagung auf Montag.

Die fünftägige Pause gebe dem Gericht die Gelegenheit zu beurteilen, ob Anwalt Padwa an der Anhörung teilnehmen könne oder wann der Termin andernfalls stattfinden könne, sagte Richter Wjatscheslaw Tarasow. Was Padwa fehlt, war nicht bekannt.

Chodorkowski war Ende Mai in einem international umstrittenen Prozess wegen Steuerhinterziehung und Betrugs zu neun Jahren Haft verurteilt worden. Er hat Berufung gegen dieses Urteil eingelegt. Im SPIEGEL ONLINE-Interview kritisierte Chodorkowskis kanadischer Anwalt Robert R. Amsterdam die russischen Behörden scharf und warf ihnen vor, das Verfahren mit nicht-rechtsstaatlichen Mitteln zu beschleunigen.