Fall Litwinenko Moskau gibt Jukos-Manager die Schuld
Moskau - Es gebe Hinweise darauf, dass der flüchtige Ölmanager Leonid Newslin die Vergiftung Alexander Litwinenkos befohlen haben könne, erklärte das Büro des Generalstaatsanwalts. Man habe Ermittlungen eingeleitet.
Der Sprecher Newslins wies die Vorwürfe als konstruiert zurück. "Jeder kennt die Methoden des KGB-Geheimdienstes. Diese Stellungnahmen sind lächerlich und keine Antwort wert", sagte er. Eine Sprecherin der Londoner Polizei, die in dem Mordfall ermittelt, wollte nicht zu den Äußerungen aus Russland Stellung nehmen.
Newslin war im Geschäftsimperium des früheren Jukos-Chefs Michail Chodorkowski einer der Führungskräfte. Er lebt mittlerweile in Israel und hatte schon zuvor erklärt, Vorwürfe der russischen Behörden gegen ihn seien konstruiert.
Der Sprecher hatte vor einigen Wochen gesagt, Litwinenko habe vor seinem Tod das mutmaßliche Fehlverhalten der russischen Behörden im Fall Jukos untersucht. Chodorkowski sitzt inzwischen in einem entlegenen sibirischen Gefängnis, er war in einem vom Westen stark kritisierten Prozess wegen Betrugs und Steuerhinterziehung verurteilt worden.
Litwinenko war im November an den Folgen einer Vergiftung mit dem radioaktiven Isotop Polonium 210 in London gestorben. Er hat Russlands Präsident Wladimir Putin beschuldigt, für seine Vergiftung verantwortlich zu sein, der Kreml weist dies zurück.
itz/Reuters