Fanartikel Deutschland-Trikots keine Loser-Ware
Hamburg - Schals, Mützen, Trikots oder Fahnen der bereits ausgeschiedenen Turniermannschaften kosten oft nur noch die Hälfte - nur bei den Trikots mit Schwarz-Rot-Gold setzen die Geschäftsinhaber trotz der Niederlage gegen Italien den Rotstift nicht an. "Deutschland wird es nicht günstiger geben", sagt der Sprecher der offiziellen WM-Fanshops, Bernd Fischer. Seiner Einschätzung nach wird die Euphorie der Fans der deutschen Nationalelf selbst nach der WM noch anhalten.
Deutschland spiele ja immerhin noch um Platz drei, das sei auch ein großer Erfolg, heißt es bei vielen Verkäufern. Bei bereits ausgeschiedenen Mannschaften sind aber auch die Trikots deutlich günstiger zu haben. Ein Trikot etwa von Argentinien koste dann statt bis zu 70 Euro nur noch 30 Euro, sagt Fischer. Einen grün- gelben Brasilien-Bikini bekommen Sonnenfreunde bereits für 5 statt 30 Euro, Fan-Schals von Togo, der Schweiz oder Mexiko kosten statt 10 Euro nur noch die Hälfte.
"Ein Stück Lebensfreude zurück gekehrt"
Nach Einschätzung des Einzelhandels hat die Niederlage der deutschen Elf gegen Italien die Konsumbereitschaft der Deutschen nicht gebremst. "Mit der WM ist wieder ein Stück Lebensfreude nach Deutschland zurück gekehrt, die ist jetzt nicht sofort weggeblasen", sagte Hubertus Pellengahr vom Einzelhandelsverband HDE der Nachrichtenagentur Reuters. In den kommenden Monaten werde sich zeigen, wie sich das auf die Kauflaune der Verbraucher ausgewirkt hat. "Negative Auswirkungen auf den Konsum sind nicht zu erwarten", sagte er mit Blick auf das WM-Aus.
In vielen Bereichen hätten die Händler direkt von der WM profitiert, vor allem durch den Verkauf von Fernsehern, Getränken, Lebensmitteln und den wichtigsten Assecoires der Fans: Trikots und Fahnen. "Es sind so viele Fanartikel verkauft worden, das hätte niemand für möglich gehalten."
Auch über den Einzelhandel hinaus wird das Ausscheiden der Nationalelf die deutsche Konjunktur nicht aus dem Tritt bringen: "Ich glaube nicht, dass diese Niederlage Deutschland in die Depression treiben wird", sagte Jürgen Michels von der Citigroup. Realwirtschaftlich werde das Ende der deutschen Weltmeister-Träume kaum Auswirkungen haben.
Auch in der Frankfurter Börse wurde nicht mit Folgen der Niederlage der deutschen Mannschaft auf das Marktgeschehen gerechnet. "Die Stimmung bei den Händlern ist nach der Fußball-Niederlage schon schlecht. Aber das belastet nicht wirklich den Markt", sagte ein Händler. "Es ist halt insgesamt sehr ruhig und jeder ist in sich gekehrt nach der Niederlage gestern", sagte ein anderer Händler.
itz/dpa/Reuters