Fehlende Kontrollen: Vernichtender Prüfbericht zur Deka - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Fehlende Kontrollen Vernichtender Prüfbericht zur Deka

Ein Bericht der Wirtschaftsprüfer PwC enthüllt Unregelmäßigkeiten bei der DekaBank. Nach Informationen des SPIEGEL funktionierten demnach die Kontrollen der Handelsgeschäfte nicht ordnungsgemäß - und das bei Wertpapieren für 1,7 Milliarden Euro.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Hamburg - Die DekaBank wird voraussichtlich für 2008 einen Verlust nach Steuern von 99,7 Millionen Euro ausweisen, heißt es in einem Bericht der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC.

Zu aktuellen Marktwerten müsste die Deka nach Informationen des SPIEGEL allein bei strukturierten Wertpapieren 1,5 Milliarden Euro abschreiben. Dank Bewertungsumstellungen wird hier das Minus jedoch auf 800 Millionen Euro begrenzt.

Die PwC-Prüfer haben ermittelt, dass Händler der Deka mit Wertpapieren im Wert von 1,7 Milliarden Euro jongliert haben. Daraufhin waren vergangene Woche zwei Händler vom Dienst suspendiert worden. Die PwC-Prüfer kommen in ihrem Zwischenbericht laut SPIEGEL zu dem Ergebnis, dass bei der Deka "die Organisation und das Kontrollsystem der Handelsgeschäfte in Teilen nicht ordnungsgemäß sind".

Die DekaBank ist der Fondsdienstleister der Sparkassen und Landesbanken. Das Geldhaus hatte vorvergangenen Freitag überraschend das vorläufige Ergebnis für das Geschäftsjahr 2008 um fast 100 Millionen Euro nach unten korrigiert. Das Institut sprach von "wertaufhellenden Informationen", die zu einer niedrigeren Bewertung bestimmter Finanzinstrumente in der Bilanz und damit zu einem geringeren wirtschaftlichen Ergebnis geführt hätten. Die detaillierten Zahlen für 2008 will die DekaBank im Rahmen ihrer Bilanz-Pressekonferenz am 25. März bekanntgeben.