BANKEN Fehlstart der Dresdner
Bernd Fahrholz, Chef der Dresdner Bank, will die Erträge in allen Geschäftsbereichen deutlich steigern: Er fordert eine Eigenkapitalrendite von 15 Prozent nach Steuern. Dabei geraten vor allem der für das Privatkundengeschäft zuständige Vorstand Andreas Georgi sowie seine Kollegen für das Firmenkundengeschäft und die EDV, Joachim von Harbou und Gerhard Barth, unter Druck. Georgi hat bereits am 4. Januar per E-Mail seine engsten Führungskräfte alarmiert. »Der Fehlstart der Märkte«, so Georgi, zeige, dass die Börsenentwicklung der Bank nicht »so stark entgegenkommt wie im ersten Quartal des Jahres 2000«. Im Inland sei der Ertrag allein in den ersten beiden Tagen des Jahres um 62 Prozent abgestürzt, die Absatzzahlen einzelner Produkte seien »eine große Enttäuschung«. Zudem hat Georgi bislang noch keine Strategie für seinen Geschäftsbereich vorgelegt. Harbou ist einen Schritt weiter. Er will das Firmenkundengeschäft elektronisieren - und so die Kosten massiv senken. Dabei aber ist er von der EDV-Abteilung und der IT-Tochter Dregis abhängig, für die Barth zuständig ist. Vorstandskollege Heinz-Jörg Platzek bezeichnet diesen Bereich spöttisch als »chinesische Waschmaschine«. »Außen ist eine große, moderne Trommel«, so Platzek, »und innen sitzen 25 Chinesen und waschen die Wäsche.« Die Dregis-Chefs haben sich in einem Schreiben an alle Führungskräfte gegen den massiven Druck des Vorstands und die hausinterne Kritik gewehrt. »Leider werden die Konzernversäumnisse der Vergangenheit nun auf dem Rücken der Dregis ausgetragen«, heißt es in dem Papier.