Fernsehen: RTL plant Pay-TV-Angebote - DER SPIEGEL
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Fernsehen RTL plant Pay-TV-Angebote

Die zum Bertelsmann-Konzern gehörende RTL Group will sich künftig nicht mehr allein auf werbefinanziertes Fernsehen verlassen. In mehreren europäischen Ländern plant das Unternehmen einen Einstieg ins Pay-TV-Geschäft.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Düsseldorf - "Nicht alle Sender können allein mit Werbung bezahlt werden. Deshalb werden wir Sender gründen, für die der Zuschauer auch eine Gebühr zahlen muss", sagte RTL-Vorstandschef Gerhard Zeiler dem "Handelsblatt" (Montagausgabe).

Im Mittelpunkt des überraschenden Strategiewechsels stünden die großen Fernsehmärkte in Europa. "In Frankreich und Spanien können wir nicht wie in Deutschland eine Senderfamilie mit Kanälen wie RTL, Vox, Super RTL und n-t nur mit Werbung finanzieren", so Zeiler.

In Deutschland gebe es derzeit aber keine strategische Notwendigkeit, ins Bezahlfernsehen einzusteigen. "Das kann sich aber durch das Verhalten der Kabelgesellschaften und durch die fortschreitende Digitalisierung durchaus schnell ändern", ergänzte Zeiler. "Das Trauma Premiere ist abgehakt", sagte Zeiler in Anspielung auf die Beteiligung des RTL-Mutterkonzerns Bertelsmann an dem Münchner Bezahlsender.

Laut der Zeitung diskutierten die 130 RTL-Spitzenmanager vergangene Woche hinter verschlossenen Türen im österreichischen Kitzbühel über die neue Digital-Strategie. Auf der Tagung habe auch James Murdoch, Chef des höchst rentablen britischen Pay-TV-Senders BskyB, gesprochen.

Die RTL Group betreibt 31 Fernsehsender und 30 Hörfunkstationen in zehn Ländern und ist der wichtigste Umsatz- und Gewinnbringer des Medienkonzerns Bertelsmann.