Fernsehrechte an Olympia General Electric zahlt Rekordsumme
Lausanne/Hamburg - Nach dem Vertrag muss GE als Eigner der Sendefamilie um den TV-Giganten NBC 2,001 Milliarden Dollar für die Winterspiele 2010 (820 Millionen) und die Sommerspiele 2012 (1,181 Milliarden) bezahlen. Dazu kommen bis zu 200 Millionen Dollar, die GE ab 2005 in das Sponsorenprogramm des IOC einzubringen hat. Zum Gesamtpaket, mit dem das Unternehmen die Mitbieter Walt Disney Company (ABC) und News Corp. (Fox) ausgestochen hat, gehört auch ein mehrere hundert Millionen Dollar teures Werbe-Programm zwischen den Spielen.
Nun hofft General Electric auf die Vergabe der Winterspiele 2010 oder der Sommerspiele 2012 nach Nordamerika. Fiele die Wahl auf New York, würden die Investitionen den größten Profit erbringen. Laut Vertrag mit dem IOC ist der Konzern verpflichtet, sich im Bewerbungs- Verfahren neutral zu verhalten. Für die Winterspiele liegt Vancouver im Dreikampf mit Salzburg und Pyoengchang (Südkorea) aussichtsreich im Rennen. Bei den Sommerspielen 2012 sind New Yorks Konkurrenten Leipzig, Paris, London, Madrid, Moskau, Istanbul, Havanna sowie Rio de Janeiro oder Sao Paulo. Sollte Vancouver bei der IOC-Wahl am 2. Juli in Prag verlieren, würde für 2012 auch Toronto kandidieren.
Kostspielige Pokerrunde in Europa erwartet
Verglichen mit den 1,5 Milliarden Dollar für die Winterspiele 2006 in Turin (613 Millionen) und die Sommerspiele 2008 in Peking (894 Millionen) hat das IOC eine Steigerung von 33 Prozent erreicht. IOC-Vizepräsident Thomas Bach nannte das "ein sehr deutliches Signal" für die noch ausstehenden TV- Verhandlungen mit Europa und dem Rest der Welt. Die US-Rechte hatten bisher einen Gesamtanteil von etwa 60 Prozent an den Weltrechten. Über die Europäische Rundfunk-Union (EBU) muss Europa für die Spiele in Turin (135 Millionen) und Peking (443 Millionen) 578 Millionen Dollar an das IOC bezahlen und nun wohl eine beträchtliche Preis- Steigerung in Kauf nehmen.
"Ich gehe davon aus, dass der Abschluss mit Europa die sehr deutliche Lücke zu den US-Rechten teilweise schließt», sagte Bach. Dies würde bedeuten, dass die Europarechte für die Spiele 2010 und 2012 kaum unter einer Milliarde Dollar zu haben sein werden. Der für ihren Verkauf zuständige IOC-Vize will erstmals auch das Privatfernsehen in das Bieterverfahren mit einbeziehen und notfalls die Rechte pro Land vergeben. Der Beginn der Verhandlungen hängt vom Ausgang der Auseinandersetzungen der EU mit dem bisherigen Olympia-Monopolisten EBU ab.