Fernweh Ikea setzt jetzt auf Russland
Stockholm - Um sein Interesse auch visuell zu unterstreichen ließ sich der Gründer und Haupteigner der weltgrößten Möbelkette von einem Kamerateam des schwedischen Senders TV4 gleich auf einer Russland-Reise begleiten. In dem TV-Bericht hieß es, der 79-Jährige habe bei seiner Reise durch Russland täglich zwischen 18 und 24 Stunden gearbeitet.
Mindestens 3,2 Milliarden Euro soll Ikea in den kommenden Jahr in Russland investieren, erklärte der Kamprad dem Sender. Der Markt sei "ein Hätschelkind" für das "im Prinzip grenzenlose weitere Wachstum" der Möbelkette.
Bisher ist Ikea vor allem in Europa aktiv. Rund 81 Prozent seines Umsatzes - der im Geschäftsjahr 2004/2005 bei rund 14 Milliarden Euro lag - erzielte der Konzern auf dem europäischen Markt. 16 Prozent fielen auf Nordamerika und nur drei Prozent auf Asien sowie Australien.
Doch der Konzern will seine Möbel verstärkt auch außerhalb der EU verkaufen. 19 neue Filialen sollen 2006 weltweit entstehen. Außer nach Russland will sich das Unternehmen dieses Jahr auch nach Japan wagen, wo zunächst zwei Filialen eröffnet werden sollen. Das erste Geschäft soll im April in Tokio den Verkauf beginnen, ein halbes Jahr später soll außerhalb der Hauptstadt ein weiteres Einrichtungshaus aufmachen.
Außerdem würden in China drei weitere Möbelhäuser und ein Vertriebszentrum gebaut, teilte der Konzern vor kurzem mit. Dort hatte Ikea bereits 1998 mit einem Ableger in Peking Fuß gefasst, derzeit gibt es landesweit drei Häuser. Weltweit hat Ikea nach eigener Darstellung in 33 Ländern etwa 225 Filialen. Allein in Deutschland gibt es 37 Standorte, mit denen das Unternehmen im letzten Geschäftsjahr einen Rekordumsatz von 2,77 Milliarden Euro erzielte.