Fiat: Auto-Fabriken im Angebot - DER SPIEGEL
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Fiat Auto-Fabriken im Angebot

Durch den Rettungsplan der Banken hat Fiat Zeit für die Umstrukturierung gewonnen. Die dürfte das italienische Renommierunternehmen völlig verwandeln: Erstmals spricht ein Mitglied der mächtigen Agnelli-Familie den Totalverkauf der Autosparte an.
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Turin - Das Fiat-Topmanagement kämpft zurzeit an den verschiedensten Fronten: Der Schuldenberg muss verkleinert, Teile des Mischkonzerns verkauft werden - und dann gibt es eine Fülle von Gerüchten, die Vertreter des Konzerns prompt dementieren.

Die jüngste Spekulation: Nach italienischen Zeitungsberichten sollen im Zuge einer radikalen Umstrukturierung einige Vorstandsmitglieder entlassen werden - darunter Geschäftsführer Paolo Cantarella. "Paolo Cantarella und die Führungsgruppe von Fiat arbeiten mit großer Hingabe und absoluter Loyalität für die Zukunft des Unternehmens und die Umsetzung der industriellen und finanziellen Pläne", hieß es dagegen am Mittwoch in einer Mitteilung von Fiat-Präsident Paolo Fresco.

Zuvor hatten drei italienische Banken dem hoch verschuldeten Konzern finanzielle Hilfen zugesagt. Die Gläubigerbanken Sanpaolo Imi, Banca di Roma und Intesa bestätigten in einer Mitteilung, dass sie für das Turiner Unternehmen in den nächsten drei Jahren eine Kapitalerhöhung von bis zu drei Milliarden Euro garantieren. Außerdem hätten sich die Bankinstitute bereit erklärt, 51 Prozent der Finanzdienstleistungen von Fiat Auto zu kaufen.

Die jeweiligen Aufsichtsräte stimmten dem Finanzierungsplan bereits zu. Fiat und die drei Banken erklärten zudem, dass sich auch andere Geldinstitute beteiligen könnten. Auf Drängen der Banken soll die Fiat-Führung bereits über den Verkauf der Töchter für Metallerzeugnisse und Industrieanlagen verhandeln.

Mittlerweile hat der stellvertretende Vorsitzende von Fiat, Umberto Agnelli, nicht ausgeschlossen, dass die verlustreiche Autosparte künftig nicht mehr Teil des Konzerns sein könnte. Dies war das erste Mal, dass ein Mitglied der Agnelli-Familie eine derartige Möglichkeit ansprach.

Als Käufer käme vermutlich nur der US-Konzern General Motors in Frage. Seit zwei Jahren halten die Amerikaner 20 Prozent an der Fiat-Autosparte. Frühestens 2004, so sah es bisher aus, könnten sie den Rest von Fiat Auto nach Ausübung einer Put-Option übernehmen. Nun wird immer wahrscheinlicher, dass GM schon in diesem Jahr und zu einem günstigeren Preis zum Zug kommt.

Der Fiat-Konzern hatte vor zwei Wochen eine verheerende Quartals-Bilanz vorgelegt. Die Schuldenlast des Unternehmens beträgt rund 6,6 Milliarden Euro. Zu einer Halbierung der Schulden binnen Jahresfrist soll neben Notverkäufen auch der angekündigte Börsengang der Sportwagen-Tochter Ferrari beitragen.