Fiat: Ferrari-Chef Montezemolo wird neuer Präsident - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Fiat Ferrari-Chef Montezemolo wird neuer Präsident

Drei Tage nach dem Tod von Fiat-Präsident Umberto Agnelli hat der Turiner Autokonzern einen neuen Chef: Ferrari-Boss Montezemolo wurde zum neuen Präsidenten des angeschlagenen Unternehmens ernannt. Vorstandschef Morchio erklärte überraschend seinen Rücktritt.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Turin - John Philip Elkann, der 28-jährige Enkel von Fiat-Patriarch Giovanni Agnelli, ist als neuer Vize-Präsident des Konzerns nominiert worden. Auch im Vorstand des Unternehmens wird es zu einem Wechsel kommen. Vorstandschef Giuseppe Morchio reichte überraschend seinen Rücktritt ein. Er hatte im Auftrag des verstorbenen Fiat-Chefs Umberto Agnelli einen neuen Sanierungsplan für das Traditionsunternehmen ausgearbeitet, der die disaströsen Finanzen der Gruppe wieder auf Kurs brachte.

Er habe seine Entscheidung zum Rücktritt mit Bedauern getroffen, könne aber fortan nicht mehr an dem Rettungsplan mitarbeiten, weil sich durch die Ernennungen des Verwaltungsrats die Bedingungen geändert hätten, begründete Morchio seinen Rücktritt.

Der 56-jährige Montezemolo gilt als einer der erfolgreichsten italienischen Unternehmer und ist als Chef des Ferrari-Rennstalls mit dem mehrmaligen Weltmeister Michael Schumacher weltweit bekannt. Erst in der vergangenen Woche hatte Montezemolo die Leitung des italienischen Industriellenverbands übernommen. Die italienischen Gläubigerbanken betonten bereits, dass sie Fiat auch in Zukunft weiter unterstützen wollen.

Dennoch brach an der Mailänder Börse die Fiat-Aktie bei Börsenöffnung am Montag um 2,86 Prozent auf 5,63 Euro ein.

Umberto Agnelli war am späten Donnerstagabend im Alter von 69 Jahren einem Krebsleiden erlegen. Er hatte erst Anfang vergangenen Jahres nach dem Tod seines Bruders Giovanni das Amt des Fiat-Präsidenten übernommen.