Fiat Finanzfachmann wird Vorstandschef
Turin - Marchionne tritt die Nachfolge von Giuseppe Morchio an, der am Wochenende überraschend von seinem Amt zurückgetreten war. Die Nominierung sei bei einer Verwaltungsratssitzung in Turin beschlossen worden, berichtete die italienische Nachrichtenagentur Ansa. Zusammen mit dem neuen Fiat-Präsidenten Luca Cordero di Montezemolo, der nach dem Tod von Umberto Agnelli dessen Nachfolge antritt, soll der studierte Jurist die Finanzen der Gruppe wieder in Ordnung bringen. Agnelli selbst habe Marchionne vor geraumer Zeit als zukünftigen Vorstandschef vorgeschlagen, berichtete die Zeitung "La Repubblica".
Italienische Medien bezeichnen den geschickten Sanierer als charismatischen, anspruchsvollen und harten Manager für Industrie und Finanzen. Der 52-Jährige wuchs in Kanada auf, hat jedoch seine familiären Wurzeln in Italien und besitzt neben dem kanadischen auch den italienischen Pass. Seit Mai 2003 ist er bereits als unabhängiger Berater für die Familie Agnelli tätig. Gleichzeitig arbeitete er seit Anfang 2002 für den Genfer Warenprüfungskonzern SGS (Société Générale de Surveillance), den er innerhalb kürzester Zeit aus einer schweren Krise führte.
Bei Fiat wird es nun seine Aufgabe sein, den vom bisherigen Vorstandschef Giuseppe Morchio ausgearbeiteten Sanierungsplan weiter in die Tat umzusetzen.