Fiat-Krise Ferrari-Chef als Joker
Rom - Die beinahe unmögliche Aufgabe soll Ferrari-Chef Luca Cordero di Montezemolo übernehmen, wie die Tageszeitung "Tuttosport" berichtet. Fiat, Hauptaktionär von Ferrari, soll dem 54-jährigen Montezemolo sogar den Posten des Präsidenten an Stelle des seit drei Jahren amtierenden Topmanagers Paolo Fresco anvertrauen wollen.
Seit Wochen kursieren Gerüchte über einen möglichen Rücktritt Frescos wegen der zunehmenden Schwierigkeiten des Autokonzerns, der bis Mitte nächsten Jahres 8100 Arbeitsplätze streichen muss. Montezemolo sei dank seiner Erfahrung ein idealer Kandidat für Frescos Nachfolge, heißt es in Tuttosport. Er habe bei der Sanierung von maroden Autogruppen wie Ferrari und Maserati Talent bewiesen und könne daher bei einer Fiat-Umstrukturierung entscheidend mitwirken.
Als Nachfolger Montezemolos an der Ferrari-Spitze sei Juventus-Geschäftsführer Antonio Giraudo im Gespräch, berichtete die Tageszeitung weiter. Ihm stünde die Aufgabe bevor, Ferrari im Frühjahr an die Mailänder Börse zu bringen. Giraudo hatte im Dezember 2001 bereits für den Börsengang von Juventus gesorgt. Der Fußballklub steht wie Ferrari unter mehrheitlicher Fiat-Kontrolle.
Der Tuttosport-Bericht löste in Italien wilde Spekulationen aus. Montezemolo hatte erst am Freitag Meldungen dementiert, denen zufolge er die Führung der krisengeschüttelten Fiat-Autosparte übernehmen könnte.