Fiat: Zukunft ohne Autos? - DER SPIEGEL
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Fiat Zukunft ohne Autos?

Der italienische Konzern Fiat könnte sich auf die Produktion von Bussen und Traktoren zurückziehen. Die Gerüchte um einen Komplettverkauf der Autosparte mehren sich.
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Mailand - Angeblich plant Fiat bereits einen teilweisen Verkauf der Sparte Magneti Marelli, die eine Reihe großer Autokonzerne mit Hightech-Komponenten wie etwa elektronischen Einspritzsystemen oder Klimaanlagen beliefert. Im Zusammenhang damit finden auch Gerüchte um einen Verkauf der gesamten Fiat-Autoproduktion an den US-Konzern General Motors (GM) neue Nahrung.

Nach einem Bericht der Fachzeitschrift "Automotive News" hat der US-Autozulieferer Visteon für 70 Prozent von Magneti Marelli 2,5 Milliarden Euro geboten. Fiat habe jedoch drei Milliarden Euro verlangt, eine Einigung sei nicht zustande gekommen. Fiat wolle die Tochter nun aufteilen und zur Jahresmitte in kleinen Einheiten veräußern, so das Blatt. Für diese Unternehmensstücke gebe es neben Visteon mehrere Interessenten, darunter auch den Stuttgarter Bosch-Konzern. Fiat wollte sich zu den Gerüchten jeweils nicht äußern.

Nach Auffassung von Branchenexperten wäre ein Verkauf von Magneti Marelli ein Vorbote für die Veräußerung der gesamten Autosparte. Viele Analysten erwarteten, dass Fiat eine entsprechende Option ausübe, sagten Beobachter. Der Turiner Autokonzern habe Magneti Marelli bislang immer als Kerngeschäft bezeichnet. Der Verkauf auch nur von Teilen der Zulieferer-Sparte sei ein logischer Schritt, um sich völlig vom Pkw-Bereich zu trennen.

Gerade Fiat Auto hatte zuletzt Probleme: Der operative Verlust im dritten Quartal 2000 betrug 91 Millionen Euro gegenüber 61 Millionen Euro im selben Zeitraum des Vorjahres. Bei einem Komplettverkauf der Pkw-Sparte an GM könnte sich der Konzern auf profitablere Geschäfte verlegen, zum Beispiel auf Busse oder Landwirtschaftsmaschinen.

GM hatte sich im März 2000 mit 20 Prozent an Fiat Auto beteiligt und zugleich eine Option auf die verbleibenden 80 Prozent erhalten. Der US-Konzern sucht bereits bei der Fahrzeug- und Motorenentwicklung nach Synergien zwischen Fiat und der deutschen Tochter Opel. Fiat hatte zwar mehrfach betont, die restlichen 80 Prozent behalten zu wollen. Beobachter gehen jedoch davon aus, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis GM die Anteile übernimmt.