Filmgeschäft Petersen verklagt Advanced Medien
München - Petersen ("Das Boot") hat seine Klage nach Angaben von Advanced Medien am 7. August bei einem Gericht in Los Angeles eingereicht. Der Regisseur klage auf Schadenersatz, weil Advanced Medien seine Vertragsverpflichtungen nicht in vollem Umfang erfüllt habe. Anders als vereinbart habe Advanced Medien Petersen für verschiedene Projekte nur drei statt ursprünglich vereinbarter fünf Millionen US-Dollar für Entwicklungs - und Verwaltungskosten zugesagt.
Eine Sprecherin des Filmrechte-Händlers zeigte sich überrascht von der Klage. Petersen habe nicht einmal diese Summe in Anspruch genommen. Dennoch sehe das Unternehmen dem Ausgang des Rechtsstreits gelassen entgegen. Im Übrigen werde über eine Gegenklage nachgedacht.
Die Entwicklung von Kinofilm-Produktionen mit dem gemeinsamen Partnerunternehmen mit Petersen, der Red Cliff Productions, ist nach Angaben von Advanced Medien vertraglich geregelt. Demnach unterliege Petersen die Geschäftsführung sowie die Entwicklung von Filmprojekten. Im Gegenzug sei Advanced Medien zur Zahlung der Entwicklungskosten für diese Projekte sowie der Verwaltungskosten von Red Cliff verpflichtet. Petersen habe jedoch keine wesentlichen Schritte unternommen, um die gemeinsamen Projekte voran zu treiben.
Advanced Medien war im vergangenen Jahr wegen hoher Wertberichtigungen und operativer Verluste tief in die Verlustzone gerutscht. Vor Steuern und Zinsen sei ein Fehlbetrag von 7,87 Millionen Euro angefallen. Der Umsatz sank von 19 auf gut 8 Millionen Euro. Auch für das Gesamtjahr rechnet das Unternehmen bei einem Umsatz von 23 Millionen Euro mit einem Verlust. Der Kurs der am Neuen Markt notierten Aktie sank am Dienstag um zeitweise 10 Prozent auf 0,36 Euro.
Auch den Halbjahresverlust begründete das Unternehmen unter anderem mit weiteren Wertberichtigungen und hohen Rechtsberatungskosten für Verfahren und Vergleiche. Im ersten Halbjahr 2000 hatte das Unternehmen noch 1,83 Millionen Euro Gewinn gemacht.