Filmindustrie: Pixar trennt sich von Disney - DER SPIEGEL
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Filmindustrie Pixar trennt sich von Disney

Mit Filmen wie "Toy Story", "Die Monster AG" und "Findet Nemo" hatten Disney und Pixar gemeinsam Kinohits gelandet. Jetzt beendet Pixar die Zusammenarbeit. Ein erneuter Rückschlag nach einer Serie von Flops bei Disney.
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Los Angeles - Nach zehnmonatigen Verhandlungen habe man sich entschieden, seinen eigenen Weg zu gehen, sagte Pixar-Chef Steve Jobs am Donnerstag. "Wir werden uns mit unserer lukrativen Erfolgsgeschichte ein anderes Studio suchen, das uns erlaubt, die Rechte an zukünftigen Filmen selbst zu behalten." Es habe bereits Gespräche mit Time Warner und Fox gegeben.

Die Zusammenarbeit der Walt Disney Company mit den jungen Kreativen von Pixar galt lange als ideal: Disney brachte die Erfahrung in Produktion und Vermarktung, die jungen Computer-Zauberer brachten frischen Wind und neue Ideen. Beide Firmen teilten sich die Einnahmen an den Kinokassen und die Lizenzrechte.

Doch mit zunehmendem Erfolg wuchs auch das Selbstbewusstsein von Pixar. Insider berichten, Pixar habe Disney einen neuen Vertrag angeboten, demzufolge Disney lediglich einen geringen Betrag für den Vertrieb erhalten sollte. Das hätte auch für die beiden Filme gegolten, die Pixar nach bestehendem Vertrag noch liefern muss: "The Incredibles" läuft im November an, "Cars" soll im nächsten Jahr in die amerikanischen Kinos kommen.

Steve Jobs sagte weiter: "Wir hatten einen tollen Lauf zusammen, eine der größten Erfolgsgeschichten in der Geschichte von Hollywood und es ist eine Schande, dass Disney nicht weiter an unseren Erfolgen teil haben möchte." Disneys Finanzchef Thomas Staggs sagte, mit dem neuen Vertrag hätte Disney auf "Hunderte Millionen Dollar" verzichtet, die dem Unternehmen nach dem gültigen Vertrag noch zustehen.

Gemeinschaftsproduktionen von Disney und Pixar haben in den vergangen Jahren mehr als 2,5 Milliarden Dollar eingespielt. Von dem Gewinn aus den nächsten beiden Filmen wird Disney noch einmal 60 Prozent einstecken. Darüber hinaus behält Disney auch die Rechte an den Pixar-Figuren und darf unbegrenzt weitere Folgen produzieren.

Disney-Aktien verlieren

Die Trennung von Pixar setzt eine Serie von Rückschlägen für die Walt Disney Company fort. Erst vor zwei Wochen musste der Medienkonzern seine Studios in Orlando schließen und die Zeichentische versteigern. Traditionell von Hand gezeichnete Filme wie "Die Bärenbrüder" oder "Der Schatzplanet" hatten keinen Erfolg mehr. Deshalb will Disney in Zukunft auch hauseigene Produktionen mit dem Computer animieren lassen.

Nach dem Bruch mit Disney kann Pixar zwar einen größeren Anteil an den Gewinnen behalten, trägt dafür aber ein höheres Risiko, falls ein Film floppt. Als Reaktion auf die Meldung gaben die Aktien der Walt Disney Company im nachbörslichen Handel um fast fünf Prozent nach. Pixar-Aktien zogen an.