"Financial Times Deutschland": Gowers on the move - DER SPIEGEL
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"Financial Times Deutschland" Gowers on the move

Mit der "Financial Times Deutschland" ("FTD") hat deren Chefredakteur Andrew Gowers in den vergangenen Jahren den deutschen Wirtschaftsjournalismus durcheinandergewirbelt. Jetzt verdichten sich die Hinweise darauf, dass der Einwanderer bald wieder auswandert
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Hamburg – Seit Monaten halten sich hartnäckig Gerüchte, dass Gowers neuer Chefredakteur der britischen "Financial Times" ("FT") wird. Von der britischen Mediengruppe Pearson, zu der auch die "FT" gehört, gibt es zwar nach wie vor keine offizielle Bestätigung dafür, dass Gowers Nachfolger des langjährigen "FT"-Chefs Richard Lambert wird. In Hamburg und London erhärten sich die Mutmaßungen aber allmählich zur Gewissheit. Gowers selbst sagte am Mittwoch lediglich: "Kein Kommentar."

In Londoner Zeitungen wird bereits offen über die Rückkehr des "FTD"-Gründers geschrieben. Die britische Zeitung "The Guardian" verfolgt den bevorstehenden Chefredakteurs-Wechsel bei der "FT" mit typisch britischem Humor. Bereits vor einer Woche schrieb ein Kolumnist der Zeitung in Anspielung auf das geheimnisvolle Verfahren zur Papstwahl, dass in Kürze mit "Rauchwölkchen über dem 'FT'-Headquarter an der Southwark Bridge" zu rechnen sei.

Jetzt nannte er Gowers in der täglichen Rubrik "City Guide" als Topfavorit für den "FT"-Chefsessel. Die besten Chancen bei den "FT-Open" habe Gowers mit eine Quote von 3:1, gefolgt vom Geschäftsführenden Redakteur der "Financial Times"-US-Edition, Robert Thomson, (4:1) und Lionel Barber (6:1), der die kontinentaleuropäische Ausgabe der "FT" verantwortet. Seine Hartnäckigkeit, sein exzellenter Ruf und sein Sinn für Humor machen Gowers nach Einschätzung der britischen Beobachter zur ersten Wahl.

Der bisherige "FT"-Chef Richard Lambert soll Gerüchten aus London zufolge eine wichtige Position in der neuen Regierung von Premierminister Tony Blair bekommen. Die Entscheidung darüber, wer Lamberts Nachfolger wird, steht offenbar unmittelbar bevor.

Beim deutschsprachigen Ableger der lachsrosafarbenen Wirtschaftszeitung werden voraussichtlich die bisherigen Stellvertreter Christoph Keese und Wolfgang Münchau gemeinsam das Ruder übernehmen. Gowers selbst könnte dem Blatt als Herausgeber verbunden bleiben und so die Integration der englischen und deutschen "FT"-Ausgaben vorantreiben.

Die Financial Times Deutschland kam am 21. Februar 2000 auf den Markt. Ziel der Anteilseigner Gruner + Jahr (Bertelsmann) und der britischen FT Group (Pearson) ist es, mit dem Blatt in einem Zeitraum von vier bis fünf Jahren schwarze Zahlen zu schreiben. Dazu benötigt die "FTD" eine verkaufte Auflage von 100.000 bis 120.000 Exemplaren täglich. Im ersten Quartal 2001 lag die "FTD"-Auflage laut IVW bei 70.248 Exemplaren, rund die Hälfte davon im Abo.