Finanz-Panne Eine Million Briten falsch besteuert
London - Auf Grund von Bearbeitungsfehlern in den Finanzämtern seien insgesamt 157 Millionen Pfund zu viel und 125 Millionen Pfund zu wenig ausgezahlt worden. Das berichtet die "Times" in ihrer Online-Ausgabe und verweist dabei auf einen Bericht des britischen Rechnungshofes National Audit Office, (NAO).
Laut NAO-Bericht sollen sich die Ämter sogar in mehr als 1,6 Millionen Fällen verrechnet haben. Ein Teil davon sei aber entdeckt worden, bevor die Steuerbescheide verschickt wurden. Dennoch war im Vergleich zum vorigen Jahr ein Anstieg von 82.000 falschen Besteuerungen zu verzeichnen.
Die durchschnittlichen Beträge der Über- und Unterzahlungen sollen sich zwischen 250 und 290 Pfund bewegen. Das sei zwar verhältnismäßig gering, doch deshalb nicht weniger relevant, bemängelten die Experten. Steuerzahler hätten eine Menge Zeit, Mühe und Ärger aufwenden müssen, um alles wieder gerade zu rücken. Einige wenige Bürger sollten sogar fälschlich bis zu 5000 Pfund zurückzahlen. Besonders von den Irrtümern betroffen sollen Rentner, Kleinverdiener und Aushilfen gewesen sein.
Dass einige Fälle noch immer von Hand bearbeitet werden müssen, wäre eine erhebliche Fehlerquelle, erklärte die NAO. Ebenso wie die Tatsache, dass immer mehr Leute immer häufiger ihre Jobs wechselten, was den Bearbeitungsprozess verkompliziere. John Bourn, Leiter der NAO, riet den britischen Bürgern, im Verdachtsfall ihre Steuerbescheide überprüfen zu lassen.
Pikanterweise erscheint der Bericht vor dem Hintergrund, dass britische Finanzämter erheblich mehr Kompetenzen anstreben: Wie in dieser Woche bekannt wurde, wollen sie durchsetzen, eigenmächtig auf Konten zugreifen zu dürfen, um Steuern einzutreiben. Gegenwärtig müssen die Beamten erst eine gerichtliche Entscheidung einholen, bevor sei eigenmächtig Geld von einem Konto abheben dürfen.
Nach Bekanntwerden der hohen Anzahl von falschen Steuerbescheiden wurden Forderungen laut, den einzelnen Bürger besser zu schützen. "Wir brauchen ein Dokument, das den Steuerzahler absichert, wenn etwas schiefgeht", sagt John Whiting von der Prüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers. Das Papier müsse Kompetenzen und Rechte von Steuerzahlern und Amt detailliert regeln.
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