Finanz-Rating Münchner Rück abgewertet
Hamburg - Bereits Ende Juli des vergangenen Jahres hatte Moody's die Firma in die Reihe möglicher Abstiegskandidaten aufgenommen. Hintergrund der jetzigen Abwertung ist vor allem der niedrige Börsenwert sowohl der Allianz als auch der Hypovereinsbank, an denen die Münchner Rück eine 20- beziehungsweise eine 25-prozentige Beteiligung hält.
Zudem bemängelt Moody's, dass die Bewertungsreserven der Münchner Rück in den vergangenen zwölf Monaten erheblich geschrumpft seien. Der größte Rückversicherer der Welt bleibe aber sehr gut kapitalisiert und habe weiterhin ein konservatives Reserve-Profil.
Die Münchner Rück nimmt die Degradierung gelassen. "Mit Blick auf die jüngsten Kapitalmarktentwicklungen kommt diese Herabstufung für uns nicht unerwartet", sagte ein Sprecher.
Anders als Moody's beließ es die Agentur Standard & Poor's vergangene Woche bei der Bestnote von AAA, wenn auch bei negativem Ausblick.
Der Rückversicherer war im zweiten Quartal wegen Abschreibungen auf Wertpapiere und Rückstellungen in die roten Zahlen geraten. Die defizitäre US-Tochter American Re belastet das Ergebnis des Konzerns. Außerdem musste der Versicherer auch noch 1,5 Milliarden Euro Wertpapiere Abschreiben - symptomatisch für eine Branche, die ihre Gewinne fast ausschließlich aus den Kapitalanlagen erzielt.
Die Aktie der Münchener Rück gab um gut zwei Prozent nach und notiert nun bei 134 Euro.