Finanzaffäre: WestLB-Chef Fischer geht in die Offensive - DER SPIEGEL
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Finanzaffäre WestLB-Chef Fischer geht in die Offensive

Er hat sein Schweigen gebrochen: Erstmals hat der Chef der WestLB, Thomas Fischer, sich zu der Affäre um millionenschwere Finanzspekulationen geäußert. In einem Brief an die Mitarbeiter kündigte er Konsequenzen an - den Erfolg will er sich aber nicht "kaputt machen lassen".
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Düsseldorf - In dem Brief an die Mitarbeiter kündigt Fischer Konsequenzen aus den möglicherweise kriminellen Aktienspekulationen ehemaliger Mitarbeiter an, berichtet das "Handelsblatt". "Wir werden Aufgaben, Strukturen und Prozesse unseres Eigenhandels zeitnah überprüfen und, wenn nötig, anpassen", heiße es in dem Brief. Fischer mache darin aber auch deutlich, dass er sich den "Erfolg der vergangenen drei Jahre nicht durch Regelverstöße Einzelner kaputt machen lassen" wolle: "Seien Sie versichert: die WestLB hält Kurs."

Am Dienstag hatte die Bank Strafanzeige gegen zwei zuvor entlassene Aktienhändler gestellt. Die beiden sollen über mehrere Jahre gezielt die Schlusskurse bestimmter Aktien manipuliert und damit enorme Gewinne erzielt haben. Zuletzt platzten aber einige Spekulationen, die Bank soll dadurch rund 100 Millionen Euro verloren haben.

Staatsanwaltschaft und Bankenaufsicht prüfen derzeit die Vorwürfe und ermitteln wegen Untreue und Verstoßes gegen das Wertpapierhandelsgesetz. Auch der Haushalts- und Finanzausschuss des nordrhein-westfälischen Landtags will das Thema in der nächsten Woche erörtern. Das Land Nordrhein-Westfalen ist direkt und indirekt mit knapp 38 Prozent an der WestLB beteiligt, Finanzminister Helmut Linssen (CDU) gehört dem Aufsichtsrat der Bank an.

sam/dpa-AFX