Finanzbranche: Deutsche Bank kauft Berliner Bank - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Finanzbranche Deutsche Bank kauft Berliner Bank

Der monatelange Übernahmepoker um die Berliner Bank ist beendet: Die Deutsche Bank übernimmt einem Pressebericht zufolge das Kreditinstitut. Zuvor hatte der Deutsche Sparkassen- und Giroverband sein Interesse an dem Unternehmen bekundet.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Berlin - Die Deutsche Bank   hat nach Informationen der "Financial Times Deutschland" den Zuschlag für die Berliner Bank bekommen. Wie die Zeitung unter Berufung auf Finanzkreise berichtet, wurden die Verträge bereits heute unterzeichnet. Morgen soll das Ergebnis der Öffentlichkeit präsentiert werden. Die Deutsche Bank garantiere die 900 Arbeitsplätze bei der Berliner Bank. Der Preis liege deutlich über dem wiederholt genannten Finanzrahmen von 450 Millionen Euro. In Bankenkreisen ist von 600 Millionen Euro die Rede. Deutsche Bank und die Bankgesellschaft Berlin   kommentierten die Informationen auf Anfrage nicht.

Die Bankgesellschaft muss sich von der Berliner Bank mit ihren 14.000 Firmen- und 318.000 Privatkunden auf Druck der EU trennen, nachdem das Land Berlin den Mutterkonzern 2001 mit milliardenschweren Beihilfen vor dem Zusammenbruch rettete. Der Kaufvertrag muss bis 1. Oktober unterzeichnet sein. Bis Ende 2007 muss sich das Land Berlin dann in einem weiteren Schritt von seinem 81-prozentigen Mehrheitsanteil an der Bankgesellschaft trennen.

Der Verkaufsprozess für die Berliner Bank war im Herbst vergangenen Jahres gestartet worden. Mitte Mai hatte die Bankgesellschaft dann den Bieterkreis verengt und Finanzkreisen zufolge Deutsche Bank und die Mittelbrandenburgische Sparkasse (MBS) als bevorzugte Bieter ausgewählt. Eine mit dem Verfahren vertraute Person sagte jedoch, die MBS sei ins Hintertreffen geraten. Neben der Deutschen Bank sei deshalb zuletzt noch die Citibank favorisiert worden. Ursprünglich hatten 22 Investoren ihr Interesse an der Berliner Bank bekundet.

Vor Bekanntwerden des Zuschlags für die Deutsche Bank hatte heute der Deutsche Sparkassen- und Giroverband mitgeteilt, für die zum Verkauf stehende Bankgesellschaft Berlin samt Berliner Sparkasse bieten zu wollen. "Wir haben immer gesagt, wenn es zum Bieterverfahren kommt, sind wir mit dabei", sagte der neue Sparkassenpräsident Heinrich Haasis dem "Handelsblatt".

Die Berliner Bank war 1950 gegründet worden und sollte den Wiederaufbau der Wirtschaft im Westteil der Stadt fördern. 1994 wurde das Institut in die neu gegründete Bankgesellschaft Berlin eingegliedert.

kaz/mm.de/AFP/dpa/Dow Jones