Finanzkonzern Citigroup will chinesische Bank schlucken
Hongkong - Die US-Bank Citigroup steht kurz vor dem Einstieg bei der staatlichen chinesischen Guangdong Development Bank. Dies berichtet das "Wall Street Journal" (WSJ) unter Berufung auf Verhandlungskreise. Demnach führt der Finanzkonzern ein Konsortium an, dass für drei Milliarden Dollar 85 Prozent an der Guangdong Development Bank übernehmen will. Die Citigroup wollte keinen Kommentar abgeben.
Die Citigroup allein strebt einen Anteil zwischen 40 und 45 Prozent an. Neun Prozent übernimmt das US-Investmenthaus Carlyle. Der Rest geht an einen unbekannten lokalen Partner. Die Citigroup will sich dabei die Kontrolle über das Management sichern. Sobald der Deal perfekt ist, sollen Führungskräfte der amerikanischen Bank die Kontrolle über die Guangdong Development Bank übernehmen.
Das wäre ein Novum am chinesischen Bankenmarkt. Die Regierung ist bislang bemüht, die Beteiligung von ausländischen Unternehmen bei Übernahmen im Finanzsektor auf 25 Prozent zu begrenzen. Sollte das Citigroup-Konsortium wie geplant 85 Prozent übernehmen könnte dies den Druck auf Peking erhöhen, den Bankensektor weiter zu öffnen. Beobachter erwarten, dass dann weitere ausländische Institute ihre Anteile erhöhen wollen. Ein Mitarbeiter der chinesischen Bankenregulationsbehörde sagte dem "WSJ" allerdings, dass die Guangdong Development Bank ein Sonderfall sei. Aus der Übernahme seien keine Rückschlüsse auf eine Marktöffnung zu ziehen.
China bemüht sich derzeit, den Bankensektor zu sanieren. Die Regierung in Peking will den Markt daher für ausländisches Kapital öffnen. Auch die Guangdong Development Bank hat mit faulen Krediten zu kämpfen.
Sollte die Citigroup die Transaktion abschließen würde sie den Anschluss an globale Konkurrenten wie die britische HSBC-Bank halten. Diese haben bereits Anteile bei mehreren chinesischen Instituten übernommen.